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The World is magnetic oder eine völlig subjektive Hymne auf METALLICA

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Crossfire

Geschrieben von: Chrischi   
Montag, den 15. März 2010 um 23:29 Uhr
Anderthalb ist es jetzt her, dass "Death Magnetic" auf den Markt kam. Das aktuelle METALLICA-Album wurde von Metalfans herbei gesehnt (oder gefürchtet) wie kaum eine andere Genre-CD der letzten Jahre. Die Resonanz war überwiegend positiv, auch, wenn es Ungereimtheiten wie den übersteuerten Sound zu bemängeln gab. Und auch ich bin der ach so streng limitierten und angeblich nur kurz erhältlichen Sarg-Version aufgesessen und habe inklusive des Platinum-Zugangs für Mission Metallica (eine Idee, die wohl als gescheitert angesehen werden kann) über 100 Euro gelassen und ärgere mich nun zu Tode, wenn ich die Box für 70 oder 60 Euro bei verschiedenen Internethändlern sehe. Aber das wichtigste, nämlich den Kauf des Albums, bereue ich keinesfalls – in meinen Augen ist "Death Magnetic" das beste METALLICA-Album seit "...And Justice For All" und dem schwarzen Album, und sage ich als Fan, der sogar den vielgescholtenen "Load" und "Reload" sowie "St. Anger" einiges abgewinnen konnte und kann.

Mit dem livemetallica-Konzept hat das Quartett eine Plattform aufgestellt, bei der man sich fast jedes Konzert seit 2004 herunter laden kann. Die Qualität schwankt zwischen den Tourneen und auch den Shows selbst, aber dafür kann man sich das Konzert, auf dem man war, für kleines Geld (wer jetzt anfängt, 10 Dollar für die MP3s als zu viel hinzustellen, dem gehört eine gescheuert) kaufen. Trotzdem lechzt man als METALLICA-Maniac auch nach Bildern. 2009 erbarmten sich die Herren, indem sie mit „Francais Pour Une Nuit" und „Orgullo, Pasion, Y Gloria" gleich zwei neue DVDs in verschiedenen Formaten ins Rennen schickten. Man mag die Veröffentlichungspolitik (erstgenannte DVD gibt es eigentlich nur in Frankreich und im europäischen Umfeld, die zweite nur in Südamerika) für nicht ganz glücklich halten, aber wer die Augen im Internet offen hält, kann zumindest die Mexico-Box in der Deluxe Edition für sehr faire 35 Euro abgreifen. Was ich aber eigentlich sagen will, ist, dass man auf beiden Veröffentlichungen sieht, wie viel Spaß METALLICA nach all den Jahren noch haben, und dass diesen vier Herren live so schnell keine andere Band etwas vormacht.

„Francais Pour Une Nuit" wurde im Juli 2009 im Amphitheater in Nimes aufgenommen (genau dort haben auch RAMMSTEIN ihre „Völkerball"-DVD mitgeschnitten). Ich war so gespannt auf dieses Teil, dass ich es mir kurz nach Bekanntwerden des VÖ-Termins auch direkt bestellt habe. Was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht, nein, meine Erwartungen an die erste Live-DVD nach „S&M" wurden bei weitem übertroffen. Angefangen bei dem absolut wuchtig abgemischten Sound, der den Bass und die Drums so gut wie nie zuvor zur Geltung kommen lässt, über die Trackliste mit einer Rarität wie „Dyers Eve" und vier Songs von „Death Magnetic" und die wahnsinnig gute Performance der vier Herren bis zum gestochen scharfen Bild ist diese DVD ein absolutes Vorzeigeprodukt im Bereich der Musik-DVDs. Im Vorfeld gab es Vorwürfe, dass auf „Francais Pour Une Nuit" Overdubs zu hören sind (Ulrichs Bassdrums hauen einem fast die Rübe vom Kopf), doch liegt der um Welten bessere Sound als der schon gute Klang der livemetallica-Version am intensiveren und zeitaufwändigeren Mix. Ansonsten hätten es METALLICA nämlich verpasst, Hetfields Versinger oder Textversagen zu kaschieren, und gerade solche Situationen führen einem vor Augen, dass man es hier mit einer lebendigen Band zu tun hat, der auch Fehler unterlaufen können und dürfen. Ich für meinen Teil bekomme jedes Mal wieder eine meterdicke Gänsehaut, wenn der tolle Schnitt zu den Klängen von „The Ecstasy Of Gold" das Amphitheater und den Einmarsch der vier Gladiatoren zeigt und in das mörderische Riff von „Blackened" mündet. Komplettiert wird die DVD übrigens von einigen Fan-Videos und informativen Interviews mit den Bandmitgliedern.

„Orgullo, Pasion, Y Gloria" ist in mehreren Versionen erschienen, am lohnenswertesten ist definitiv die Box mit zwei DVDs und zwei CDs. An drei Nächten im Juni 2009 waren jeweils 55.000 Fans in Mexico City am Rande des Wahnsinns und machten die Auftritte, die glücklicherweise in Bild und Ton festgehalten wurden, zu einem unfassbaren Ereignis. Die erste DVD (die beiden CDs sind inhaltsgleich mit der DVD, allerdings auch mit einem besseren Mix versehen als die jeweiligen Stücke der livemetallica-Aufnahmen) bietet inklusive des Intros 19 Songs, darunter „The Wait" und „Hit The Lights" im Zugabenblock, mehrere „Death Magnetic"-Songs und natürlich alle wichtigen Standards wie „Master Of Puppets", „Enter Sandman" und „Seek And Destroy". Die Mexico-Aufzeichnung wirkt ein wenig schmutziger und verschwitzter als die Frankreich-Aufnahme und bietet mit seiner Stadion-Atmosphäre einen gelungenen Kontrast zum „kleinen" Nimes-Rahmen. METALLICA zeigen sich einmal mehr als geschlossene Einheit, die es sichtlich genießt, auf der Bühne zu stehen, und feuern ein Wahnsinns-Programm ab. Mit einer riesigen Bühne und tonnenweise Pyros (ich habe noch nie so viele Explosionen wie bei dieser Version von „One" gesehen) bietet der Auftritt auch einiges fürs Auge. Der heilige Gral für METALLICA-Fans dürfte indes die zweite DVD sein, auf der neben den neuen Nummern „That Was Just Your Life", „The End Of The Line" und „Cyanide" (sämtliche „Death Magnetic"-Songs fügen sich perfekt in die Setliste ein und können problemlos neben alten Nummern bestehen) auch vorher selten gespielte und teils auf noch keiner DVD vertretene Songs wie „Helpless", „Trapped Under Ice", „Turn The Page", „The Prince" oder „Holier Than Thou" beinhaltet. Auch die Mexico-Aufzeichnung glänzt mit einem äußerst knackigen Sound, der bereits bei meinen kleinen 2.1-Lautsprechern die Bude mächtig erzittern lässt.

Nein, Hammett klingt bei seinen Soli nicht immer sehr sicher. Ja, Hetfields Vocals klangen zehn und 15 Jahre zuvor noch wesentlich kräftiger und schmutziger. Aber bevor der extrem charismatische Leitwolf des METALLICA-Rudels sich seine Stimmbänder total kaputt macht, soll er doch lieber etwas gemäßigter singen. Dass der mittlerweile schwer tätowierte Frontmann eine schier magische Präsenz hat, steht eh außer Frage.
„Death Magnetic" ist nach wie vor allgegenwärtig und zieht mit den grandiosen DVD-Veröffentlichungen weite Kreise. Das ist verdammt gut so, denn so lange METALLICA auf der Bühne noch solch grandiose Shows abliefern und so starke Alben veröffentlichen, braucht man sich um den Metal keine Sorgen zu machen.

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Kommentare (6)add comment

Thorsten:

Thorsten
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Über Produkte und Band sage ich mal nichts, sind beides nicht meine Welt, aber 10€ für ein Download-Live-Bootleg ist für mich nicht wirklich ein Freundschaftspreis. Dafür bekommt man bei den meisten Portalen komplette aktuelle Studioalben.
Ohne jetzt zu wissen, wie aufwändig die Live-Mitschnitte nachbearbeitet werden, dürfte da nicht annähernd so viel Arbeit drin stecken.
 
16. März 2010
Stimmen: +0

Chrischi:

Chrischi
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Ansichtssache. Es sind ja auch 10 $, also weniger als 10 €. Die Toten Hosen nehmen übrigens 9,99 € für einen Livedownload, und die Qualität der Metallica-MP3s ist meist wirklich verdammt gut, zumal die Mitschnitte meist einen oder zwei Tage nach dem Konzert online stehen. Mir als Fan bringt das viel, weil ich so das Konzert meiner Wahl runterladen kann.
 
16. März 2010
Stimmen: +0

Thorsten:

Thorsten
...
Natürlich Ansichtssache. Es ist ja auch immer eine subjektive Frage, was einem etwas wert ist. (An dieser Stelle scheitern ja zum Beispiel auch sämtliche Ticketpreis-Diskussionen...so lange sich genug Menschen finden, die für ein Konzert 50€, 80€ oder seit Neuestem eben auch immer öfter 100-150€ bezahlen, werden die Preise auch verlangt).
Wenn es dir (und vermutlich Zehn- wenn nicht Hundearttausenden anderen) die 10$ wert ist, ist das ja auch absolut OK, aber genau wie das Angebot der Hosen sehe ich darin kein besonders großzügiges Angebot, da ich zum einen eben für das gleiche Geld auch aktuelle Studioproduktionen als Download bekomme und der finanzielle Aufwand der Band für dieses Produkt außerdem minimal ist (falls überhaupt nachbearbeitet wird).
 
17. März 2010
Stimmen: +0

Chrischi:

Chrischi
...
Im Grunde gebe ich dir ja Recht. Ich mag aber generell die Idee, sich das Konzert, auf dem man war, später auch kaufen zu können. Das scheint immer beliebter zu werden. Für mich ist es eine schöne Erinnerung, die mir persönlich nicht zu teuer erscheint. Es hat ja dann den Hauch von Exklusivität, den die von dir als Vergleich herangezogene Studioalben nicht haben, denn die bekommt man ja überall. Manche übertreiben es aber auch, wie ich am Beispiel der Hosen sehen konnte. Die Weihnachtskonzerte (auf einem von denen war ich) gab es nur in Verbindung mit einem USB-Stick mit geringer Kapazität zu kaufen. Wenn dann der MP3-Download inkl. Stick 20 oder gar 25 Euro kostet, steht das in keinem Verhältnis mehr zueinander.
Über die MP3-Downloads könnte man einen eigenen Blog-Beitrag schreiben ;-) Was mir dabei auf den Senkel geht, sind nämlich diese iTunes-Bonussongs. Das finde ich absolut unfair, denn wenn ich mir schon das physikalische Medium kaufe, dann sehe ich es nicht ein, dass in manchen Fällen die Käufer der digitalen CD bevorteilt werden und exklusive Songs erhalten.
 
17. März 2010
Stimmen: +0

Thorsten:

Thorsten
...
Die Idee ist schon interessant. KISS zum Beispiel verkaufen direkt nach den Konzerten ja auch Mitschnitte für 25€ als Doppel-CD. Ich weiß nicht, wie aufwändig die angelegt sind (Booklet etc.), aber mir ist das zu viel Geld. Wobei das ja, aufgrund der begrenzten Anzahl, wirklich exklusiv wäre, weil es sich nicht jeder runterladen kann, der das möchte.
Einen Blogeintrag über Downbloads soll ja hier schon mal jemand geschrieben haben ;) Ich bin da in der Materie auch nicht wirklich drin, weil ich nie groß geladen habe. I-Tunes hatte ich vor Jahren mal kurz, aber nur wegen einiger Einzelsongs, für die ich eben gerade kein Album kaufen wollte.
Die Bonus-Songs kann ich mir eigentlich nur so erklären, daß man gerne mehr über diesen Bereich verkaufen würde. Die Herstellungskosten des Tonträgers fallen weg und statt Einzelhandel und Vertrieb hat man mit dem Portal nur noch einen nur noch eine weitere Partei, die mitverdienen möchte (wenn man das Portal nicht gleich selbst betreibt). Da dürften trotz des niedrigeren Endpreises am Ende höhere Gewinne herauskommen.
 
17. März 2010
Stimmen: +0

chris:

chris
...
Interessanter Nebenaspekt, wo wir gerade beim Thema sind: Der Umsatzzuwachs bei Musik-Downloads übertrifft in Großbritannien aktuell zum ersten Mal den Rückgang im CD-Geschäft. Hier nachzulesen.
 
17. März 2010
Stimmen: +0

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