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The Flatliners - The Great Awake

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Artikel -

CD-Reviews

Geschrieben von: Kai   
Mittwoch, den 05. September 2007 um 14:42 Uhr

 

 

 

 


Stil (Spielzeit): PunkRock/ Hardcore/ Reggae (39:00)

Label/Vertrieb (VÖ): Fat Wreck / SPV (03.09.07)

Bewertung: 9,5 / 10

Link(s): http://www.theflatliners.com/
http://www.myspace.com/theflatlinerstoronto

Zack! Mitten aus dem Nichts landet die Platte der FLATLINERS bei mir auf dem Tisch und trifft mich vollkommen unvorbereitet. Aha, eine neue FatWreck-Band. Ist das jetzt wieder MelodyCore? Ach quatsch, in den letzten Jahren haben Fat ihren Sound ja ziemlich erweitert und wirklich einige nette Bands an Land gezogen. Aber dass diese Kanadier so gut sein würden, habe ich im Traum nicht erwartet.

Denn meiner Meinung nach halte ich hier eine der besten FatWreckChords-Veröffentlichungen der letzten Jahre in den Händen. Hier haben sich vier Menschen getroffen, die für den Punksektor musikalisch gesehen wirklich etwas zu erzählen haben (die Texte liegen mir leider nicht vor – also gibt es hier auch keine Einschätzung ihrer lyrischen Qualitäten). Alleine eine Sache: der letzte Song „KHTDR“ dauert sieben Minuten. Sieben Minuten! Ich kann mich spontan an keine Fat-Band erinnern, die in solche Räume jemals vorgedrungen wäre. Und das Beste: es sind sieben spannende Minuten und nicht einfach nur ein Outro oder so etwas. Hier ist Dynamik, Einfallsreichtum, Geschwindigkeit, Melodie und die nötige Portion Härte beinahe optimal vermischt!

Wenn ich Bandvergleiche bemühen müsste, würde ich vermutlich auf Bands wie ONE MAN ARMY, DEAD TO ME, AGAINST ME!, THE CLASH, ANTI –FLAG, A WILHELM SCREAM und Konsorten verweisen, aber insgesamt haben THE FLATLINERS eigentlich eine ziemlich eigene Note, während sie sehr gekonnt PunkRock, Hardcore und Reggae miteinander verbinden. Das schöne an der Platte ist, dass sie mich auch spielerisch absolut überzeugt. Einige ausgesuchte wirklich gute Riffs wechseln sich mit Reggae-Einlagen ab, die sich eher an THE CLASH als an LESS THEN JAKE oder ähnlichen Bands orientieren, die Songstrukturen sind eben nicht nach dem altbewährten Strophe-Refrain-Schema ausgerichtet (obwohl das auch mal vorkommen darf), sondern immer offen für den Song und seinen eigenen Fluss. Trotzdem schaffen sie es richtige kleine Hymnen zu schreiben, die im Ohr bleiben, aber eben kein billiger Drei-Akkorde-Punk sind.

Allerdings hätte es mich schon interessiert, wie sie mit einer schicken NewSchool-Hardcore-Produktion geklungen hätten, denn so haben sie den typischen Fat-Sound. Ich muss aber darauf hinweisen, dass er in diesem Fall schon ziemlich satt, gut und passend ausgefallen ist und grade den Punks zusagen, aber Hardcorler nicht abschrecken wird. Ist also eher mein persönlicher Geschmack, als ein wirkliches Manko. Wer DEAD TO ME oder ONE MAN ARMY mag, sich wünschte, diese Bands hätten auch ein offenes Ohr für Hardcore und technische Raffinesse, der wird mit dieser von Fat Mike persönlich ausgesuchten und gesignten Band, auf ihrem mittlerweile zweiten Album, mehr als zufrieden sein. Für mich ist das hier nahe am perfekten Punkalbum.

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