Album ReviewCD Reviews, LP Besprechungen, 7'' Rezensionen oder MP3 Album Kritiken – hier findest Du unsere Meinung zu den Veröffentlichen der letzten Zeit. Empfehlungen der Redaktion sind mit dem Hinweis "Tipp" versehen. Skid Row - United World Rebellion - Chapter One
Wer sich auch nur ein klitzekleines bisschen für Rockmusik interessiert, wird zumindest mit einem SKID ROW-Klassiker in Berührung kommen: "18 And Life", das zusammen mit anderen Hits wie "Youth Gone Wild" und "I Remember You" aus dem selbstbetitelten 1989er Debüt der Amerikaner einen Multi-Patin-Erfolg machte. Die erfolgreichsten Jahre sind lange vorbei, Sänger Sebastian Bach seit 1995 nicht mehr dabei. Die restlichen SKID ROW-Mitglieder schlugen konsequent jegliches Reunion-Angebot aus. Zuletzt probierte es Bach vor knapp einem Jahr mit einem offenen Brief: Man solle sich den Wünschen der Fans beugen und wieder zusammen spielen, auch wenn er das eigentlich nicht wolle. Aber man dürfe ja schließlich nicht immer nur an sich denken...
Idle Class - The Drama's Done
Irgendwie hatte ich IDLE CLASS anders in Erinnerung... Richtiggehend überrumpelt fühle ich mich vom räudigen Gesang in „Essence of Every Fight" und es dauert seine Zeit, bis ich mich in den chaotisch wirkenden Stil wieder eingehört habe. "Stop and go" ist das Motto von IDLE CLASS, das macht es dem Hörer praktisch unmöglich, mal kurz wegzuhören, da man schnell den Anschluss verlieren kann.
De La Cruz - Street Level Tipp
Beim ersten Blick auf ein Promofoto der Jungs von DE LA CRUZ hatte ich Angst, nach dem Hören das „BROKENCYDE-Syndrom“ zu erleiden, sprich angesichts der schrecklichen Musik die nächsten Tage über meinen Mageninhalt an verschiedenen Orten unfreiwillig zu verteilen; ich wurde jedoch schon beim ersten Track eines Besseren belehrt. DE LA CRUZ sind meilenweit entfernt von irgendwelchen Plastik-Chart-Fabrizierungen, sondern zelebrieren auf ihrem Debütalbum zwölf mal Rock der launigsten Sorte, den man mit Bands wie MÖTLEY CRÜE, GUNS N' ROSES oder DEF LEPPARD in Verbindung bringt.
Nosound - Afterthoughts
NOSOUND haben es eigentlich leicht mit ihrer neuen Platte, denn der schwermütige Sound auf „Afterthoughts" bietet den optimalen Soundtrack für die verregneten und trüben Tagen momentan. In teilweise tektonischer Geschwindigkeit schleicht die Platte fast unsichtbar voran, schwebt schon fast über dem Hörer und umhüllt ihn vollkommen mit einem Wattebausch aus süßen Stimmen und fluffigen bis verstörenden Beats.
Krzak Experience – s/t
KRZAK kommen aus Polen. Dort spielen sie schon lange Rockmusik. Doch eines Tages dachten sich der Jan (der in Deutschland lebt) und der Leszek, sie könnten mit der Metal Band SEPSIS doch gemeinsame Sache machen, die selbst in den letzen Jahren kaum in Erscheinung trat. Gesagt getan. Unter dem Projektnamen KRZAK EXPERIENCE entstand dieses Album instrumentellen Metals mit Geige. Und dies ist der entscheidende Punkt.
Sodom - Epitome Of Torture Tipp
Fett. Das ist das erste und letzte, was ich denke, wenn ich "Epitome Of Torture" höre. Einmal, weil der Sound so – nun ja – fett und druckvoll ist, dass er einem das Hirn wegpustet, und zum zweiten, weil die Songs mal wieder richtig reinhauen. Das deutsche Trio liefert auch auf dem mittlerweile 14. Studioalbum zehn allerfeinste Thrash-Granaten ab, vor denen man in Deckung gehen sollte - vielleicht nicht ganz so ausgeklügelt und melodiös wie die Kollegen von KREATOR, aber dafür klassisch und urwüchsig.
No Opinion - No Chains For Change
Tja, der Skatepunk wird eben auch immer aggressiver. NO OPINION sind nach „Allegro" von 2008 wieder da, legen jetzt ihr fünftes Album vor und wissen wieder zu begeistern. Zwar hat die Band aus Garmisch-Partenkirchen immer noch etwas Luft nach oben, was den Hitfaktor und den Facettenreichtum angeht, aber dafür ist „No Chains For Change" ein ziemlich fettes Brett geworden.
Rantanplan - Pauli
Oha. An RANTANPLAN habe ich mich seit Ewigkeiten nicht mehr herangewagt. Nach zwei der geilsten deutschen Skaplatten war „Samba" 2001 für mich der totale Sargnagel der Band. Na ja, in mehr als zehn Jahren ist mehr als genug Grass über die Sache gewachsen und so höre ich jetzt mal ganz gespannt in Pauli rein...
V.A. - A Split Worse Than Death
„A Split Worse Than Death“ ist eine Split-CD aus dem Vereinigten Königreich und beinhaltet die Bands FOETAL JUICE, BASEMENT TORTURE KILLINGS, DECIMATION, ZOMBIFIED und NAILED. Sie alle spielen Death-Metal, aber einem Kenner wird das Cover sofort alles sagen. Die Undergroundbands haben insgesamt 21 Songs auf ihren runtergestimmten Instrumenten fabriziert, die mal mehr und mal weniger modern tönen.
Lacrimas Profundere - Antiadore Tipp
LACRIMAS PROFUNDERE aus Bayern sind eine der wenigen Gothic Rockbands, die das Genre über Jahre ansprechend interpretieren. Rock wird tatsächlich genutzt und nicht für irgendwelche grottigen Riffschrammeleien vorgeschoben. Gothic spiegelt sich in den typischen Texten über Liebe, Masochismus, Hoffnung und Trauer gekonnt wider. Dank der überragenden Stimme von Rob Vitacca ist auch „Antiadore" wieder ein tolles Album geworden, welches trotz ruhiger Momente niemals im Schmalztiegel versinkt, sondern über 12 Songs und knappe 46 Minuten Spieldauer ansprechende rockige und tanzbare Unterhaltung bietet.
HIM - Tears On Tape
Der große Hype um HIM ist lange vorbei, doch auch nach mehr als 20 Jahren im Musikgeschäft sind Ville Valo und Bandkollegen eine der bekanntesten und erfolgreichsten Rockbands aus Finnland. Was auf "Greatest Lovesongs Vol. 666" noch neu und einzigartig klang, wurde auf "Razorblade Romance" mit Hits vom Fließband auf die Spitze getrieben. Später wurde auch mit doomigen Anteilen experimentiert ("Venus Doom"), aber im Grunde sind sich HIM über all die Jahre treu geblieben.
Queensryche - Frequency Unknown
Schlammschlachten zwischen Musikern sind nie gut – erst recht nicht, wenn sie in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. So auch bei QUEENSRYCHE, von denen es nun zwei Versionen gibt, weil keine der beiden Parteien den trotz zuletzt extrem schwacher Alben zugkräftigen Bandnamen aufgeben will: Einmal Geoff Tate mit eher beliebig zusammengestellter Musikerschaft und "Frequency Unknown", und Michael Wilton, Parker Lundgren, Eddie Jackson und Scott Rockenfield mit Sänger Todd La Torre, die demnächst über Century Media ihr erstes Album herausbringen. Tate darf mit seiner QUEENSRYCHE-Version also vorlegen.
TesseracT - Altered State Tipp
TESSERACT sind schlichtweg eine traumhafte Band und zwar im wahrsten Sinne! Immer den Fokus auf brachialen, drückenden Riffs, hauen uns die Briten auf „Altered State" wieder den progressiven Hammer auf die Ohren. Gekonnt ziehen TESSERACT die Fäden und spinnen ein schier undurchdringliches Netz aus komplexen Tonfolgen, hochkarätigen Elektro-Einschüben und zahlreichen bombastischen Momenten.
Difused – The Silence
Einst versammelte sich im Münsterland eine Gruppe von jungen Herren, um sich im Feld des melodischen Todes musikalisch auszutoben. Es gab ein Debütalbum und einige Besetzungswechsel, was die Jungs aber nicht vom Weitermachen abgehalten hat. Gelohnt hat es sich, denn ihre selbsterstellte zweite Platte "The Silence" wird dieses Jahr mit Label-Unterstützung nochmals an die Öffentlichkeit gebracht.
Dark Tranquillity - Construct Tipp
Wie von mir erhofft, sind DARK TRANQUILLITY der Herrschaft über den schwedischen Melodic Death Thron mit „Construct" wieder ein ganzes Stück nähergekommen. Mit ihrem zehnten Studioalbum gibt uns die Band genau das, wofür Göteborg steht: tiefschwarze Melancholie, getaucht in eiskalte Härte, die optimale Verteilung von Licht und Schatten offenbart in musikalischer Form. Mit dem Einstieg „For Broken Words" geben DARK TRANQUILLITY den Fans Zeit, sich gemütlich zurückzulehnen und gemächlich auf die folgenden knapp 42 Minuten einzustimmen. Entsprechend der Thematik ist das Stück spröde und reizarm, am Anfang der Platte genau richtig aufgehoben. Die pulsierende Schlichtheit nimmt nach und nach Intensität an, ohne zu eskalieren.
The Seed – Pull The Trigger… And Bite This Bullet
Vor drei Jahren erreichte uns Post aus Spanien. Damals zeigten THE SEED sich als hart thrashende Südland-Truppe, die mit ihrem Debüt einerseits den Old-Schoolern der Bay Area Tribut zollen, uns andererseits in modernem Sound ihre eigenen Granaten vor die Füße werfen wollten. Nach einiger Live-Erfahrung der letzten Jahre knallen sie uns nun ihr neues Werk um die Ohren.
A Pale Horse Named Death - Lay My Soul To Waste Tipp
Wer beim Thema Schwarzrock aufgepasst hast, der wird TYPE O NEGATIVE schon mal gehört haben. Der ehemalige Drummer, Sal Abruscato (ebenfalls LIFE OF AGONY), ist der Gründer von A PALE HORSE NAMED DEATH. Aber auch ohne diesen famosen Initiator hat die Qualität der Band die enorme Aufmerksamkeit auf jeden Fall verdient. Es erwarten euch Klänge wie bei MARILYN MANSON in seinen besten Zeiten, noch dazu sehr düster doomige Einflüsse, dominanter Bass, tanzbare Passagen und alles auf Basis des Gothic Rock! Und bereits nach wenigen Durchläufen steht fest, dass man den schleppenden trägen Sound mit dem melodischen tiefen Gesang einfach lieben muss. Wahre Songkolosse türmen die Amerikaner auf, stetig und langsam, nur keine Hektik. Der Gesang klingt eindringlich und wirklich nicht wie Beiwerk, sondern ein vollwertiges druckvolles Instrument.
Eldkraft - Shaman
Label: Metal Blade Records
ELDKRAFT zeigen mit ihrem Bandnamen, dem Albumtitel „Shaman" und dem Cover schon deutlich, wohin ihre Reise gehen soll. Angesprochen fühlen dürfen sich Freunde von Black Metal und Pagan Metal in gediegener statt brutaler Form. Anfangs noch etwas sperrig, überzeugen der pulsierende Sound und der bombastische Gesang dann doch nach wenigen Durchläufen. Gesungen wird komplett Schwedisch, aber mangelnde Sprachkenntnisse schmälern das Hörvergnügen keinesfalls.
Dew-Scented - Insurgent
Deutsches Thrashurgestein, alle Albumtitel beginnend mit „I"? Richtig, DEW-SCENTED! Diesmal mit einer besonderen Mischung, nämlich drei neue Stücke, einige Liveaufnahmen von Bonussongs des 2010er Werkes „Invocation" sowie des 2011er Werkes „Icarus" und einige Coverversionen von INCUBUS, PRONG, INSIDE OUT, WASTED YOUTH, JUDGE, POWERMAD und GENOCIDE SUPERSTARS. Fans der Band dürften schon mal aufhorchen und mit 19 Songs für kleines Geld darf man sich über massig Playerfutter freuen!
Contrast - Charybdis
Feingefühl und Timing gehört jetzt nicht gerade zu den offensichtlichen Stärken von CONTRAST. Nach einem fast zaghaften Klavierintro (aus der Dose) donnert die Musik so rasend schnell ohne Vorwarnung aus den Boxen, dass man sich auch nach mehreren Durchläufen (und somit entsprechender Vorwarnung) erschreckt. Der überfallartige Bruch mit keifendem und gutturalem Gesang im Duett ist mir etwas zu hart.
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