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Artikel - CD Review Archiv Shearwater - The Golden Archipelago

Shearwater - The Golden Archipelago

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CD Review

Geschrieben von: Wadim   
Sonntag, den 12. September 2010 um 18:30 Uhr
Golden_Archipelago-Shearwater

Stil (Spielzeit): Indie (36:15)
Label/Vertrieb (VÖ):
Matador (15.02.2010)
Bewertung:
8/10
Links:
Homepage, Myspace

So stressig-hippiesk, wie sich die Band OKKERVIL RIVER gab, so zurückhaltend, fragil und episch malt sich dagegen SHEARWATER aus; die Band, die 2001 von den damaligen OKKERVIL RIVER-Mitgliedern Jonathan Meiburg und Will Sheff gegründet wurde und, nach mittlerweile sechs Studio-Alben, alles andere als ein Side-Project darstellt.

„The Golden Archipelago“ ist der dritte Teil des musikalischen Triptychons, das mit „Palo Santo“ aus dem Jahr 2006 seinen Anfang nahm, mit „Rook“ (2008) seinen Höhepunkt fand und die auditive Übersetzung des Beziehunsgeflechts von Mensch und Natur zu einem großartigen Abschluss führt.

Ungewöhnlich, doch überaus passend, beginnt die Platte mit der Nationalhymne des Bikini-Atolls bevor der eigentliche erste Track ertönt und Jonathan Meiburgs Stimme in gewohnt einzigartigem Timbre auf einsame Inselwelten entführt. Insgesamt brüchiger als das vorangegangene Album, offener, was Songstrukturen und vielfältiger, was die Instrumentierung angeht, ist es immer Meiburgs Gesang, der alles zusammen hält und den anfänglich überforderten Zuhörer durch den beständigen Wechsel von kontemplativer Andacht hin zu kataklysmischen Zuständen geleitet. Denn zwischen den gewohnt träumerischen „Meridian“ oder „Runners Of The Sun“ finden sich Songs, „Corridor“ etwa, oder das Finale von „God Made Me“, die in ihrer wütenden Instrumentierung ein wenngleich faszinierendes, so doch auch störrisches Gegengewicht zum ätherischen Falsettgesang herstellen. Immer nur ganz kurz sind die Songs davor, ins Pathetische zu kippen, bevor sie durch einen Bruch in der Komposition wieder aufgefangen werden. In dieser Hinsicht sind SHEARWATER definitiv einen gewaltigen Schritt nach vorne gegangen.

Die Tatsache, dass das Album nicht ganz so homogen klingt, wie „Rook“ etwa, ist dem überaus ehrgeizigen Konzept, das hinter diesem Album steht, zuzuschulden und somit mehr als verzeihlich. Dann, mit dem kammermusikalischen, an ANTONY AND THE JOHNSONS erinnernden „Missing Islands“ findet das Meisterwerk sein Ende.

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