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Artikel - CD Review Archiv Architects - The Here And Now

Architects - The Here And Now

Beitrag bewerten: 2 Votes | Ø 5.00

CD Review

Geschrieben von: Kai   
Sonntag, den 16. Januar 2011 um 16:33 Uhr
architects

Stil (Spielzeit): Hardcore, Posthardcore, Metal (39:10)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media / EMI (21.01.11)
Bewertung: 8/10
Links: MySpace

Nachdem „The Here And Now" durch meinen Player lief, musste ich erst mal „Hollow Crown" wieder rausholen. Ist das wirklich die selbe Band?

Und was soll ich sagen? Ja, die Briten sind es nach wie vor, aber sie klingen anders: Der Metal- und Moshanteil ist zurückgegangen und richtige Songs sind in den Vordergrund gerückt. Man möchte oftmals nun viel eher von Posthardcore reden. Außerdem scheint sich die Attitüde der Band geändert zu haben: Die ARCHITECTS klingen wesentlich positiver als vorher. Was ist passiert? Wollte man auf das große Geld hinaus, nachdem „Hollow Crown" so gut gelaufen ist?

Das bezweifle ich. Ich denke eher, dass sich die Band einfach nicht wiederholen wollte und Lust dran gefunden hat, mehr traditionellere Songstrukturen zu nutzen um eben richtige Songs zu produzieren. Zwar sind die Gitarren nicht mehr auf x runtergestimmt und es knallt hier nicht die ganze Zeit so, als ob man eine Faust in den Magen bekäme, aber dennoch haben die ARCHITECTS noch mehr als genug Druck und jetzt vor allem eines: Melodie. Man könnte an Bands wie ALEXISONFIRE und ältere THRICE denken, wenn man sich ihren neuen Entwurf so anhört. Dabei muss ich leider sogar sagen, dass sie ein wenig ihrer Eigenständigkeit verloren haben, da man den Wumms der älteren Werke meiner Meinung nach schneller erkennen und zordnen konnte, als die Stücke auf „The Here And Now". Dennoch machen viele Songs hier einfach unfassbar viel Spaß.

Dafür haben ARCHITECTS jetzt auch jede Menge Zeilen, die sich im Kopf festsetzen und die auf Konzerten mitgeschrien werden. Außerdem spielen sie sehr oft mit dem Unterschied zwischen laut und leise und schaffen es damit, immer wieder richtige Eruptionen zu erschaffen, da die Kontraste auf ihrem vierten Album einfach wesentlich stärker ins Gewicht fallen. Und ja, manchmal gibt es zwischendurch auch noch richtig schön auf die Fresse. So ist dieses Werk auch vielschichtiger als noch der Vorgänger ausgefallen, da die Songs eben mehr mit Dynamik spielen und an und für sich abwechslungsreicher ausgefallen sind.

Natürlich ziehen sich auch hier bestimmte Muster durch. So kann man bei bestimmten Songs, die eben sehr langsam und leise anfangen, schon relativ genau vorhersehen, wann sie ins Gebrüll verfallen, aber das nimmt den Songs meist nicht viel von ihrer Klasse.

Wer einer Band eine Entwicklung zugesteht, die nicht nur nach dem Prinzip „schneller und härter" verläuft, hat hier die Möglichkeit, etwas wirklich Spannendes zu finden. Ich persönlich denke, dass dieser Richtungswechsel der Band gut tut. Allerdings sind sie noch nicht auf dem absoluten Höhepunkt in dieser Sparte angekommen – wenn es sich auch hier um ein verdammt gutes Album handelt. Falls die Band so weitermachen sollte, wird da unter Umständen mal etwas wirklich Essentielles in unsere Richtung kommen...
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Kommentare (2)add comment

Lenni:

0
Kommentar zum Review
Die Gitarren sind auf dem gleichen Tuning, wie sie schon auf "Hollow Crown" waren, um mal der vorherrschenden Unwissenheit vorzubeugen, wobei ich auch bezweifle, dass Der Autor so begeistert von "Hollow Crown" war, um die Songs nicht als "richtige Songs" zu bezeichnen.Wenn man die Genialität dann mal wirklich erkennt, die hinter den früheren Architects Songs steht, die raffinierten Tempowechsel, die teils abgefahrenen Takte, die Songstrukturen, dann findet man wirklich nichts Beeindruckendes auf "The Here And Now", bis vielleicht auf Sam Carters unglaubliche Stimme und die ein oder andere Lead. Man kann es gut heißen, dass sie ihren Stil geändert haben, oder nicht, aber eins ist unbestreitbar: der neue Stil ist bei Weitem nicht so technisch, innovativ und vertrackt wie der alte und das ist es meiner Meinung nach, was die Architects eigentlich ausgemacht hat. Ehrlich gesagt, hab ich das Album, obwohl ich eigentlich erst begeisterter von ihm war, als von Hollow Crown, nach 3-4Wochen nicht mehr angerührt, weil man alles schon bis ins Detail kannte, es nichts mehr Neues zu entdekcen kann und man alles soweit abgegrast hat und wenn man an diesem Punkt ist, hohlt man wieder Hollow Crown oder Ruin hervor, bei denen man immer was zu entdecken hat!
 
28. Oktober 2011
Stimmen: +0

kai:

kai
...
Technik und Takte machen noch nicht zwangsläufig überragende Songs...
 
29. Oktober 2011
Stimmen: +0

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