CD Review
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Geschrieben von: Thorsten
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Freitag, den 17. Oktober 2008 um 18:03 Uhr |

Stil (Spielzeit): Hard Rock (56:07)
Label/Vertrieb (VÖ): Columbia/Sony (17.10.08)
Bewertung: Sie können es noch (7,5/10)
Link: http://www.acdc.com http://www.acdcrock.com http://www.myspace.com/acdc
Nur sehr wenige Bands können von sich behaupten, ohne Kompromisse oder Anpassungen an den Zeitgeist über Jahrzehnte ihren Stil durchgezogen zu haben. Eine dieser wenigen Bands sind AC/DC, die sich seit mehr als 30 Jahren mit ihrem bluesbasierten Hard Rock in die Herzen der Fans gespielt haben und sich dabei selbst vom Tod ihres Frontmanns Bon Scott nicht aus der Bahn werfen ließen. Acht Jahre nach ihrem letzten Studioalbum melden sich die Australier jetzt mit „Black Ice“ zurück.
Natürlich bekommt man auch auf dem neuen Album, was man von AC/DC seit Anfang der 90er erwarten kann. Den Auftakt macht „Rock N’Roll Train“, der in den letzten Wochen ja bereits ausgiebig in allen Medien zu bestaunen und auf der MySpace-Seite der Band zu hören war. Zu Recht die erste Auskopplung, finde ich. Danach wird im großen und ganzen die Schiene gefahren, die man seit „The Razor’s Edge“ kennt, und die auf den letzten Alben eigentlich auch nur durch die Stärke des Blues-Einflusses variiert wurde: Midtempo-Mittwipp-Rock! Ausreißer aus diesem Muster sind da schon um so erwähnenswerter. „Anything Goes“ hat viel mehr Spaß in den Grinsebacken, als man es von Australiern gewohnt ist. Happy-Rock vom Feinsten, und trotzdem freut man sich dann, dass es nur ein Ausrutscher war und danach wieder der Blues regiert. Das geschieht einige Songs später bei „Stormy May Day“ mehr als sonst, denn die dreckige Slide-Gitarre gehört ja nun normalerweise nicht zum AC/DC Repertoire. Das klingt fast nach den Landsleuten von ROSE TATTOO.
Insgesamt fällt es mir sehr schwer, unter den 15 Stücken besondere Höhepunkte oder Ausfälle auszumachen. Die aus allen Richtungen geäußerten Vorschusslorbeeren, „Black Ice“ wäre deutlich stärker als die beiden letzten Alben, kann ich für mich nicht so recht unterschreiben, was aber auch daran liegt, dass ich „Ballbreaker“ und „Stiff Upper Lip“ nicht so schlecht bewerten würde, wie es heute allgemein getan wird. Einen echten Hit kann ich allerdings auch auf „Black Ice“ nicht wirklich finden. Dafür ist der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs einfach zu gering. Klar ist, Brian Johnson singt wieder mehr und kreischt weniger als in der Vergangenheit. Zudem hat er mehr Stimme, als ich ihm überhaupt noch zugetraut hätte. Der Sound ist druckvoll und vor allem das sehr weit in den Vordergrund gemischt Schlagzeug treibt, trotzdem fehlt es der Produktion wie auch den Songs selbst etwas an Biss - oder anders gesagt, an Aggressivität. Die Jungs haben einfach schon lange nicht mehr die Wut im Bauch, die sie in den frühen 70er Jahren ausgezeichnet hat.
Wer die AC/DC Alben am „The Razor’s Edge“ mag, wird begeistert sein, und wer einfach nur froh ist, dass AC/DC auch im Jahr 2008 noch ohne Einschränkungen nach AC/DC klingen, wird zumindest nicht enttäuscht. Die Australier zeigen, dass sie es immer noch können und wirklich nichts verlernt haben. An ihre eigene Hochzeiten reichen sie aber erwartungsgemäß nicht heran.
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