Konzertbericht
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Geschrieben von: Thorsten
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Sonntag, den 27. September 2009 um 22:19 Uhr |

Billy Sheehan…jetzt sollte ich die Aufmerksamkeit aller Bassisten haben. Paul Gilbert... jetzt werden auch die Gitarristen weiter lesen. Genau 20 Jahre nach ihrem Debüt haben sich die hauptsächlich durch die Schmuseballaden „To Be With You“ und das CAT STEVENS Cover „Wild World“ bekannt gewordenen MR. BIG in Originalbesetzung wiedervereint und legen auf ihrer „The Next Time Around“ Tour auch einige Stopps in Mitteleuropa ein. Wir waren in Pratteln vor Ort.
24.09.2009 - Am Z7 beginnt das Ganze allerdings erstmal mit Warten. Eine Vorgruppe gibt es nicht, trotzdem wird der Zeitgewinn nicht an die Fans weitergegeben. Erst um 21 Uhr (immerhin pünktlich) steigt das Quartett auf die Bühne und nimmt die Zuschauer auf eine Zeitreise mit. Die fällt um so leichter, da Sänger Eric Martin auch heute noch keinen Tag älter als 25 aussieht und immer noch leichtfüßig über die Bühne tänzelt. Paul Gilbert verpasst mit seinen übergroßen Mickey Maus-Kopfhörern knapp den Coolness-Preis für den heutigen Abend, den verdient sich da schon eher Billy Sheehan, denn schwarz passt doch eigentlich immer. MR. BIG bestehen aus zwei musikalischen Schwergewichten und auch Eric Martin und Drummer Pat Torpey müssen sich zumindest hinter niemandem verstecken. Dass dann auch noch alle vier Bandmitglieder singen können, ist ein eher seltener Glücksfall, und so steht einem starken Konzert fast nichts mehr im Weg.
Zuerst allerdings scheint der Mischer einige Probleme haben, die Band einzupegeln, und so ist der Sound die ersten beide Stücke sehr basslastig, wobei die Sechszehntel-Basslinien von Sheehan im Opener das Problem eher verstärken. Erfreulich ist dagegen, dass es Sheehan und Gilbert die meiste Zeit gelingt, die technischen Kabinettstückchen so weit herunter zu fahren, dass es für den Zuschauer nicht anstrengend. Einzig das Bass-Solo ist, obwohl ich als Bassist natürlich beeindruckt vom technischen Können bin, objektiv todlangweilig. Mehr Spaß machen da schon die immer wieder eingeschobenen Duelle zwischen den beiden Flitzefingern. Am besten gefallen mir die Momente, in denen MR. BIG klassischen Mid-Tempo Ami-Hard Rock in der Tradition der späten 80er zocken. Sobald sie schneller oder härter werden, fehlt mir persönlich etwas die Eingängigkeit, die Riffs wollen einfach nicht so recht hängen bleiben. Und natürlich dürfen die beiden größten Hits nicht fehlen.
Das Publikum im so etwa zu ¾ gefüllten Z7 in Pratteln braucht zwar eine etwas längere Aufwärmphase, geht aber etwa nach dem ersten Viertel des regulären Sets richtig gut mit, und zumindest ein harter Kern erweist sich auch als ziemlich textsicher. Dass die vier Musiker auch noch reichlich Spaß an ihrer Musik haben und nicht, wie nach anderen Auftritten zu hören war, nur ihren Job machen, ist spätestens in der zweiten Zugabe nicht zu übersehen, als Paul Gilbert kurzerhand das Schlagzeug entert, Eric Martin die Gitarre übernimmt, Pat Torpey sich den Bass greift und Billy Sheehan, sehr gut übrigens, „Smoke On The Water“ anstimmt. Pünktlich zum Solo greift dann Sheehan zur Gitarre, Martin zum Bass und auch Torpey zeigt, dass er mehr als nur Backroundgesang beherrscht.
Für eine Band, deren Karriere sich - von zwei Radiohits abgesehen - hauptsächlich in Japan abgespielt hat, können MR. Big mit dem Zuspruch an diesem Abend sicher zufrieden sein und die Fans mit dem rund 130 Minuten Auftritt genau so. Als interessierter Nicht-Fan bin ich rund zwei Stunden gut unterhalten worden, auch wenn mir ein Bisschen der musikalische (ungleich musikalisch-technische) Tiefgang gefehlt hat.
Setlist:
Daddy, Brother, Lover, Little Boy Take Cover Green-Tinted Sixties Mind Alive And Kickin’ Next Time Around Hold Your Head Up Just Take My Heart Temperamental It’s For You/Mars Drum Solo Price You Gotta Pay Wild World Take A Walk Gitarren Solo Double Human Capo The Whole World’s Gonna Know Rock And Roll Over Bass Solo Addicted To That Rush
To Be With You Colorado Bulldog
Smoke On The Water Shyboy
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