Geschrieben von Dienstag, 20 Januar 2009 01:00

Knorkator - Interview mit Sänger und Songwriter Alf Ator

Jetzt, nach fast 15 Jahren, wo ihr ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der jüngeren deutschen Musikgeschichte geworden seid, macht ihr eine Abschiedstour. Alf, wie kommt es zu dieser Entscheidung?

Ich habe Familie in Thailand, und will mich jetzt um mein Familienleben kümmern. Jetzt ein neues Album planen zu müssen, hätte mich zur Zeit in meiner Situation überfordert, und deshalb haben wir jetzt aufgehört. Viele fragen uns, warum wir nicht einfach eine Pause machen, sondern uns auflösen.

Das heißt, ihr schließt dieses Kapitel ab, aber schließt auch eine zukünftige Zusammenarbeit der Knorkatoren nicht aus?

Falls wir später noch alle am Leben sind, ist nichts ausgeschlossen. Aber diese Antwort ist ein Zugeständnis an die vielen Fragen, wir planen in der Richtung nichts.

Du persönlich gehst also nach Fernost, willst dieses wunderschön-beschissene Drecksland verlassen ...

Wie es da im Moment aussieht in Thailand heißt nicht, dass es dort schöner wird.

Na, dort gibt es doch auch jede Menge ländliche Ecken, wo vom Militärputsch so gut wie nichts zu bemerken ist.

Ich werde auf's Dorf gehen um Reisbauer zu werden, da ist es nicht so relevant, wer an der Macht ist. Ich definiere mich darüber, Musiker zu sein und werde neben Malen und Bücher schreiben auch Lieder schreiben.

Und womöglich thailändische Kinder zu unterrichten und für Stücke wie "Kinderlied" Anzeigen wegen Kinderarbeit einzukassieren?

Ich bin ja nicht der Typ, der Lieder schreibt und diese dann verkaufen kann oder so. Ich bin ja kein Hitproduzent oder sowas... Ich brauche ein Projekt, in dem das Lied stattfindet, eine Art Mikrokosmos, ein Gesamtkunstwerk als Plattform (für zukünftige Kompositionen), und das muss sich erst mal ergeben. Ich bin natürlich sehr verwöhnt durch den Überfrontmann Stumpen, und ich glaube nicht, dass ich noch mal jemanden treffe, der das so rüberbringt.

Na es gibt ja auch jede Menge Musiker, die nicht so für die Bühne geschaffen sind, aber genau dadurch musikdienlich spielen und für Projekte eventuell besser geeignet sind...

Man braucht einen, der vorne steht und das verkaufen kann. Und wenn der gut sein soll, dann kann der auch Charaktereigenschaften haben, die ihm das Leben manchmal nicht leicht machen.

Was hast du persönlich musikalisch, respektive schöpferisch geplant, und hast du schon ein zeitliches Konzept?

Ich werde erstmal für mein Buch, das Anfang 2008 erschienen ist, die Lesungen nachholen, für die ich wegen der Abschiedstour mit KNORKATOR keine Zeit hatte. Meine Lesetour findet 2009 statt, die Lesungen sind eher eine Art Performance, sehr skurril, aber egal. Es geht um mein Buch "Die satanischen Achillesferse", und der Begriff "Lesung" könnte falsche Erwartungen wecken. Nebenbei schreibe ich an einem Ein-Mann-Theaterstück, das ich in der zweiten Jahreshälfte aufführen werde.

Gibt es schon Tourdaten?

Ja, einige sind bereits bestätigt, andere in Planung, die findet ihr auf meiner Internetseite. Und da findet ihr auch Bilder, von denen ich gelegentlich auch eins verkaufen kann. Menschen, die noch nicht auf meiner Seite waren, wissen gar nicht, was sie verpasst haben.

Dann weiß ich ja, was ich unbedingt nachholen muss! Alf, möchtest du uns noch etwas sagen?

Meine große Botschaft an die Welt: Liebe Welt, wir, die KNORKATOREN, haben eine wohltätige Aktion, die heißt "Rettet Alf Ator" und es gibt ein Spendenkonto bei der Deutschen Bank 24 mit der Kontonummer 3016326, mit der Bankleitzahl 10070024, und jede Spende ist sehr willkommen!


http://www.alf-ator.de