Geschrieben von Freitag, 12 April 2019 12:33

Battle Beast, Arion - Der Bericht aus dem Berliner Lido

08.04.2019, Berlin - Die finnische Heavy-Metal-Formation BATTLE BEAST geht auf eine über 33 Konzerte andauernde Europatour und stellt ihr neues Album "No More Hollywood Endings" auch im Live-Gewand vor. Wir waren für euch in Berlin dabei.

Ein schablonenhafter Name, Songs über Ninjas und Wikinger sowie ein spürbarer Hang zu 80er-Jahre-Keytarlinien – seien wir ehrlich: BATTLE BEAST taugen nicht gerade als Metal-Vorzeigeband und werden bei Streitgesprächen über den ja so objektiv bewertbaren Musikgeschmack gerne als Negativbeispiel verwendet. Die hohe Besucherzahl – 500 Zuschauer haben an diesem Abend ihren Weg ins Berliner Lido gefunden – beweist jedoch eindrucksvoll, dass die Finnen bei aller Kritik massentauglich sind.

Die Vorzeichen für den heutigen Montagabend stehen somit gut, der melodieliebende Metaller bekommt mit ARION das passende Support-Produkt vorgesetzt. Power Metal mit einem unüberhörbar modernen Einschlag dröhnt aus den Boxen. Manchmal einfallslos, immer wieder aber mit frischen Ideen und gut ausgearbeiteten Refrains, sorgen die Finnen trotz ausbaubarem Sound für reges Kopfnicken. Der Rausschmeißer "At The Break Of Dawn“ setzt einen headlinerwürdigen Schlusspunkt unter das 40-minütige Set, das vielen gefallen, aber nur wenigen in Erinnerungen geblieben sein dürfte.

Setlist (ohne Gewähr)

  1. No One Stands In My Way
  2. I Am The Storm
  3. Punish You
  4. Seven
  5. The Last Sacrifice
  6. Your're My Melody
  7. Unforgivable
  8. At The Break Of Dawn 

Battle Beast 

Bezüglich des Erinnerungswertes liegen die Vorteile an diesem Abend ganz deutlich bei BATTLE BEAST. Von Berlin heiß erwartet, brennt schon mit dem Opener "Unbroken“ die Luft im Lido. Die enorme Hitdichte des 17 Stücke umfassenden Sets tut ihr Übriges, die Party kommt dank "Black Ninja“, "Touch In The Night“ und "King For A Day“ über die gesamte Spielzeit nicht aus dem Tritt. Einzig die Balladensektion um Wohlfühl-Rocker "Endless Summer“ und „I Wish“ gewährt den Gästen eine kurze Verschnaufspause.

Dabei ist den Finnen die endgültige Loslösung von der Kabanen'schen Ära gelungen. Nur noch magere drei Songs sind von der einstigen Monopolstellung des Songwriters geblieben. Vermisst wird der Maestro, bei allem Respekt, aber wohl nicht – das neue Songmaterial besitzt live gewaltiges Potenzial. Dass die Songs abseits ihrer Ohrwurmrefrains nur wenig zu bieten haben, fällt dank Sympathieträgerin und Ausnahmetalent Noora Louhimo kaum auf. Was für eine Stimme!

Ein voller Erfolg

Der Abend ist somit ein voller Erfolg, was sicherlich auch in Teilen der eingangs erwähnten Fremdschamkomponente zuzuschreiben ist. BATTLE BEAST bieten die Möglichkeit einer schonungs- wie schamlosen Rückbesinnung auf die eigene Kindheit, sind eine eskapistische Seitentür für die oft unterdrückte Freude am Kindischen. Spätestens als hunderte gestandene Metaller „She's a black ninja!“ in den Nachthimmel schreien, ist klar, dass BATTLE BEAST definitiv ihre Daseinsberechtiguung haben.

Setlist (ohne Gewähr):

  1. Unbroken
  2. Familiar Hell
  3. Straight To The Heart
  4. Unfairy Tales
  5. Black Ninja
  6. Endless Summer
  7. I Wish
  8. Raise Your Fists
  9. The Golden Horde
  10. Out Of Control
  11. Touch In The Night
  12. Bastard Son Of Odin
  13. The Hero
  14. Eden

Zugaben:

  1. No More Hollywood Endings
  2. King For A Day
  3. Beyond The Burning Skies