The Nuri - Masquerade




Stil (Spielzeit): Neo-Prog/Alternative-Rock (50:42)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenproduktion (17.07.08)
Bewertung: 7,5/10

Link: http://www.thenuri.de  
http://www.myspace.com/thenuriband

THE NURI, eine junge fünfköpfige Band aus Hessen, nennen so einige Vorbilder und Einflüsse auf ihrer MySpace-Seite: Von BJÖRK, SIGUR RÒS, DREDG und TOOL über PORCUPINE TREE, PINK FLOYD und OPETH bis hin zu GREEN DAY, SILBERMOND und INCUBUS. 
Man kann davon halten, was man will, aber so unterschiedlich der Musikgeschmack der Bandmitglieder ist, so abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet sich ihr Debüt „Masquerade“, welches in Eigenregie aufgenommen und produziert wurde. 
Zu Recht kann die vorliegenden Scheibe somit in punkto Kreativität, Komplexität und Vielschichtigkeit als wirklich gelungen bezeichnet werden. Obendrein gibt es das gesamte Teil sogar als kostenlosen Download über die bandeigene Homepage, sowie bei verschiedenen Onlinevertrieben wie MP3.de. 

Begonnen wird mit dem Opener und Titelsong „Masquerade“, der noch ein wenig unsicher und powerpop-mäßig daherkommt, mit seinen relativ simplen Indierockstrophen und einem Gesang, der zunächst (ein klein wenig) an WITHIN TEMPTATION erinnert. Allerdings beweisen THE NURI im Anschluss mit LADDER TO THE STARS, dass sie genau wissen wo der Hammer hängt: Sängerin Sandra Pfeiffer kommt mehr aus sich heraus und leistet tolle Arbeit. Auch musikalisch wird hier bereits der Weg eingeschlagen, in dem es die nächsten Songs weitergeht: Sphärisch und druckvoll, die Arrangements erinnern mit teilweise an die bereits oben erwähnten DREDG. 
Auch werden bei fast allen Songs abwechslungsreiche Schlussparts geboten, so auch in „Chocolate Bar's Aftermath“. An einigen Stellen finde ich den Einsatz der Keyboards allerdings als etwas zu zentriert, jedoch funktionieren diese größtenteils und untermalen die erhabenen melancholischen Stimmungen eigentlich sehr gut. 
Ebenfalls finden sich zwei reine Instrumentalstücke, die wirklich gelungen sind: „Unshackled Waters“ und das sehr atmosphärische „Midsummer“. 
Ihre Vorliebe für den Progressive Rock leben THE NURI auch sehr offensichtlich aus, „Left Back In A Box“ oder der fast siebenminütige Schlusssong „Reality Circus“ sind gelungene Prognummern, die selbst den elitärsten PORCUPINE TREE-Anhänger aufhorchen lassen. 
Oftmals mischen sich auch Psychedelic- oder Metal-Einflüsse ein, so geschehen zum Beispiel in „Cornflowers“ oder „Time Is Now“, die mit wirklich fetten Riffs aufwarten. 
Kernstück für mich ist allerdings das in der Mitte des Albums platzierte „The Morning“: Hier geht es sehr episch, teilweise sogar langsam und balladesk zu. Über fast sieben Minuten beschert Sängerin Sandra Gänsehaut, auch wartet dieses Stück wieder mit einem sehr gelungenen Endteil auf. 

Kurz gesagt, THE NURI bieten mit „Masquerade“ eine wirklich eindrucksvolle Eigenproduktion, die durchweg als talentiert bezeichnet werden kann. Langweilig wird es hier nicht, zwar hat mich persönlich der starke Akzent auf den Keyboards teilweise gestört, aber das ist nun wirklich Geschmackssache. Keine Frage, mit dieser Combo wächst eine ganz große heran, und da das Album sowieso für lau angeboten wird, ist so ziemlich jedem, der mit dieser Musikrichtung etwas anfangen kann, zum Reinhören bzw. auch zum Kauf geraten, denn finanziell unterstützen kann man diese Band reinen Gewissens.