Dynasty Of Darkness - Empire Of Pain

Dynasty Of Darkness - Empire Of Pain
    Orchestraler Black/Death Metal

    Label: The Leaders Group
    VÖ: 22.8.2014
    Bewertung:4/10

    dynastyofdarkness.com


Was für Spacken: Dass sie ihre ersten Demos dort aufgenommen haben, wo der Nachrichtendienst der Nationalsozialisten seine Zentrale hatte, müssen DYNASTY OF DARKNESS natürlich noch extra betonen. Reicht ja nicht, dass auf dem Pressefoto Blut aus dem Mund läuft, Bandname und Albumtitel denkbar platt sind und die ganze Geschichte mit riesigem Tamtam in die Welt entlassen wird. Auf manche Alben hat man schon keinen Bock mehr, bevor man den ersten Ton gehört hat. Aber angesichts der Besetzung riskiere ich dann doch ein Ohr.

Das extreme Namedropping, das die Veröffentlichung von „Empire Of Pain“ begleitet, ist nämlich ansatzweise berechtigt. Allen voran hätten wir da Jan Axel Blomberg alias Hellhammer, der mit MAYHEM und unmenschlichen Schlagzeuger-Fertigkeiten Musikgeschichte geschrieben hat. Amund Svensson a.k.a. Pzy-Klone kennt man von THE KOVENANT, Morbid XIII von SYNERGY OF SOULS. Als Gäste hätten wir dann noch Attila Csihar (MAYHEM, EMPEROR, etc.) sowie Weston Coppola alias Antares. Das ist der Sohn von Nicolas Cage, der wiederum bekannt ist aus Metal-Filmen wie „Face/Off“ und „Duell der Magier“. Da muss man erstmal durchatmen, was?

Schnappatmung bekommt man aber vor allem wegen der Musik. Am meisten Arbeit hatte wohl Pzy-Klone, der bei DYNASTY OF DARKNESS für die Keyboards und Orchestrierung verantwortlich ist. Der hat das Death-/Black-Metal-Geballer seiner Band in ein orchestrales Bett gehüllt, das mit Streichern, Bläsern und Chören schon für sich genommen als Soundtrack eines Bombast-Grusel-Schinkens gereicht hätte. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Manche Stücke auf „Empire Of Pain“ haben tatsächlich das beabsichtigte Feeling. An anderen Stellen klingt das eher wie „Die Zehn Gebote“. Und im schlimmsten Fall muss man an die dramatische Clowns-Nummer des Zirkus Roncalli denken. Fachleute sprechen auch vom „Beppo-Effekt“.

Passend zu diesem orchestralen Vernichtungskrieg klingt das Schlagzeug wahnsinnig hochgezüchtet. Allein die Bassdrum klingt wie eine Nähmaschine auf Speed. Bei jedem anderen Schlagzeuger würde ich Schmuh vermuten. Aber auch, wenn Hellhammer das spielen kann, was nützt es, wenn das Schlagzeug programmiert klingt? Zum Kreisen des Höllenhammers spielt die restliche Mannschaft ordentlichen, riffbetonten Black/Death Metal. Meistens ordnen sie sich allerdings Blasts und Bombast unter.

Erst zum Ende des Albums kommt Atmosphäre auf. Endlich versuchen sich DYNASTY OF DARKNESS mal an Midtempo und rhythmischer Abwechslung. Die Stimmung von „My Nightmare“ erinnert an „Das Omen“. Bei „The Scribe Of The Gods“ beschränken sich die Orchesteranteile auf ein schön bedrohliches, wespenartiges Surren. Doch obwohl der Ansatz von DYNASTY OF DARKNESS stellenweise gute Musik hervorbringen kann: Für ein gutes Album ist das viel zu wenig.

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