Venenum - Trance of Death Tipp

Venenum - Trance of Death

Wenn man ein solch atmosphärisches, spannungsgeladenes Intro kredenzt bekommt, wie von VENENUM auf ihrer aktuellen Platte „Trance of Death“, dann wird schnell klar, dass Großes folgen muss. Begleitet von Cello- und Piano-Klängen (!) erblickt das Debütalbum der Death Metaller aus Bayern sechs Jahre nach der selbstbetitelten EP das Dunkel der Welt – nicht die letzte Überraschung dieser überzeugenden Platte.

Nach dem stimmungsvollen „Entrance“ bietet das gnadenlose „Merging Nebular Drapes“ zunächst die erwartet harte Death- und Black Metal Kost: Mit Blasts, Stakkato-Riffs, kraftvollem Gesäge und ächzenden Growls. Zum Ende hin greift der Song dann allerdings wieder den etwas schleppenden, instrumentalen Rhythmus von „Entrance“ auf. Umso brutaler prügeln die wilden, chaotischen Song-Strukturen des rasenden „The Nature of the Ground“ den Hörer aus dem Dämmerzustand. Aber auch bei diesem Stück gönnt das Quartett sich und uns nach etwa der halben Spielzeit eine Verschnaufpause und schlägt bedächtigere, aber nicht minder packende Töne an.

Von schwarzem Death Metal bis klassischem Rock

„Trance of Death“ ist von vorne bis hinten variabel und unterhaltend. Immer wieder drosseln VENENUM in ihren Songs das Tempo, um es anschließend wieder erbarmungslos anzuziehen. So auch im Verlauf von „Cold Threat“, bei dessen Refrain das erste Wort langezogen gegrowlt und die anschließende Bedrohung keifend ausgepuckt wird. Zeitweise wirkt „Trance of Death“ wie eine rauschhafte Achterbahnfahrt, deren erster Teil mit beschwörendem Flüstergesang beschlossen wird.

Den zweiten Teil dieses Albums, das nur als Gesamtpaket funktionieren kann, nimmt der Titel-Song für sich ein, der in drei unterschiedlich lange Teile gesplittet ist. Bei dieser mächtigen Komposition, zweifellos das bisherige musikalische Meisterwerk der Band, sind teilweise sogar rockige Elemente zu vernehmen – Experiment geglückt!

Mit der EP ist dieses Album kaum zu vergleichen – kein Wunder, liegen zwischen diesen beiden Scheiben doch sechs Jahre, in denen sich die Band hörbar weiterentwickelt hat. Die Musik ist extrem vielschichtig, was nicht zuletzt auch an den zahlreichen Instrumenten liegt, die auf diesem Machwerk zum Einsatz kommen. Die lange Wartezeit hat sich definitiv gelohnt, denn VENENUM vereinen auf „Trance of Death“ ein Potpourri verschiedener Stile und unterschiedlicher Stimmungen.

Tracklist:

1. Entrance        
2. Merging Nebular Drapes    
3. The Nature Of The Ground
4. Cold Threat
5. Trance Of Death, Part I: Reflections
6. Trance Of Death, Part II: Metanoia Journey
7. Trance Of Death, Part III: There Are Other Worlds...

Band:

F.J.L.     Drums
F.S.A.    Vocals, Bass
H.L.      Songwriting (tracks 2, 3, 5)
P.T.       Guitars
D.P.      Guitars

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