Sludge - Lava


Stil (Spielzeit): düsterer, doomiger und lärmiger Metal (48:24)
Label/Vertrieb (VÖ): Mighty Music/Twilight (23.05.08)
Bewertung: 7/10
Link: http://www.sludge.ch
Meine Fresse, ich habe selten ein Album gehört, bei dem der Name Programm war wie bei diesem neuen Output von SLUDGE. „Lava“ heißt das Teil, und die neun teils sieben-, achtminütigen Songs überrollen einen tatsächlich wie die heiße, dicke, zähflüssige Masse, die ein Vulkan ausspuckt.

Hinter SLUDGE verbergen sich SAMAEL-Gitarrist Makro (hier auch für das Programming zuständig) und Drummer Pud sowie die Neuzugänge Odin (Vocals) und Ulik am Tieftöner. „Lava“ ist bereits das vierte Album der Schweizer und stellt einen zähen, schmutzigen und düsteren Brocken Musik dar, bei dem es in Songs wie dem Opener „60 MM“ (vom Tempo her noch am variabelsten), „Carnivore“ oder „Idi Na Hui“ ordentlich scheppert, während „Lava“, „Below“ und „Inquisition“ den Hörer mit langer Spielzeit, programmierten Passagen und Samples und lauten Lärmattacken fordern. Mit trockenen, tief gestimmten Gitarren, hysterischem Geschrei, polternden Drums und verzerrtem Bass entwerfen SLUDGE ein Alptraumszenario, das fast komplett ohne richtige Melodien auskommt (immerhin bietet „Inquisition“ ein paar melodische Stellen) und sehr bedrohlich klingt.

Diese akustische Lava ist schwarz wie die Nacht, mal heiß, mal erkaltet und starr, und zum großen Teil fesselnd. Allerdings reizen die Schweizer auf diesem Album ihren Stil aus, und die Wiederholungen einzelner Motive (die manchmal einfach zuviel des Guten sind) sowie das Fehlen von Melodien (immerhin singt Odin ab und zu auch gemäßigt und clean wie im ansonsten recht monotonen „Monolith“) tut dem Hörgenuss auf Dauer nicht wirklich gut. Da hätten sich die Schweizer ein wenig mehr aus dem Fenster lehnen können, denn es scheint, als wären sie bei einigen Tracks zu sehr auf Nummer Sicher gegangen.

„Lava“ ist ein beachtliches Werk und dürfte für ENTOMBED- oder CELTIC FROST-Fans viel Grund zur Freude bieten. Die bedrohlichen Songs, die düstere Atmosphäre und die Kompromisslosigkeit der Schweizer sind sehr beeindruckend, auch wenn ich das Album für ein wenig zu langatmig und monoton halte und mir viel mehr von den etwas schnelleren, nicht so doomigen Songs in der Art des Anfangsduos gewünscht hätte. Ein gutes, fieses Metal-Album ist „Lava“ dennoch.

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