Opium Warlords - Taste My Sword Of Understanding

Opium Warlords - Taste My Sword Of Understanding
Wer Namen wie REVEREND BIZARRE und SPIRITUS MORTIS in seiner Vita stehen hat, kann wohl zu den großen Nummern im Doom gezählt werden. Mit OPIUM WARLORDS hat Sami Albert Hynninen eine weitere Spielwiese und veröffentlicht Doom Metal für Anspruchsvolle.

„Taste My Sword Of Understanding“ ist das dritte Album unter dem Label OPIUM WARLORDS, und im Vergleich zu früher ist es weniger Avantgarde und mehr klassischer Doom. Dennoch ist die Scheibe nichts für nebenbei, denn trotz gelegentlicher Ausflüge in epischen Metal muss man schon aufmerksam die Ohren spitzen, um die ungewöhnliche Tiefe von „Taste My Sword Of Understanding“ zu ergründen.

Nach einem drone-artigen ersten Track oder Intro steigt das Album mit einem Highlight ein. „The Self-Made Man“ ist ein großartig epischer Doom-Metal Song, mit tollen Melodien, pathetischem Gesang und spannenden Strukturen, die über gut zwölf Minuten tragen. Ähnlich gut ist das noch längere „Mount Meru“. Soviel zu klassischem Doom-Stoff.

Andere Stücke, allen voran „The God In Ruins“, brechen hart mit den Gewohnheiten des Genres. Eine Basslinie, eine klagend krächzende Stimme, die mehr rezitiert als singt, mehr passiert lange nicht. Das ist mutig, weil es zum blöd finden einlädt – aber es funktioniert und baut eine morbide, hoffnungslose Stimmung auf, die klassischem Genrestoff in dieser Intensität oft abgeht. Überhaupt stellt Meister Hynninen den Bass gern in den Vordergrund und gibt ihm einen warmen, durchlässigen oldschool-Sound: Manche Stücke klingen deshalb, als würden die BLACK SABBATH der frühen 70er Lieder von SOLITUDE AETURNUS spielen.

Auf der Contra-Seite hingegen steht, dass sich „Taste My Sword Of Understanding“ nicht wie ein Album anhört, sondern wie eine Sammlung verschiedener, nicht zusammenhängender Ideen. Das liegt vielleicht daran, dass es tatsächlich zwischen 1994 und 2009 komponiert, 2010 aufgenommen und 2013 gemixt wurde. Hinzu kommt, dass einige Stücke im Vergleich zu oben genannten Meisterwerken deutlich abfallen. Beispielsweise „The Land Beyond The Pole“ mit seinem seltsam unausgereiften, programmiert klingenden Drumsound, oder das etwas schmucklos und langweilige „Manisolas From Misandria“. Das gibt Abzüge – dass trotzdem noch sieben Punkte übrig bleiben zeigt, was hier möglich gewesen wäre.

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