Stream Of Passion - The Flame Within



Stil (Spielzeit): Gothic Metal (54:41)
Label/Vertrieb (VÖ): Napalm Records/SPV (29.05.09)
Bewertung: 7,5/10
Link: http://www.streamofpassion.com
Manchmal braucht man eine Neuorientierung, ob unfreiwillig oder nicht. STREAM OF PASSION müssen bereits seit 2007 auf Tausendsassa Arjen Lucassen, der die Band erst ins Leben gerufen hat, verzichten, und überhaupt sind vom alten Lineup nur Sängerin Marcela Bovio, Johan van Stratum (Bass) und Davy Mickers (Drums) übrig geblieben. Mit den beiden Gitarristen Eric Hazebroek und Stephan Chultz sowie Keyboarder Jeffrey Revet gibt es gleich drei Neuzugänge. Was hat sich nun musikalisch bei STREAM OF PASSION getan?

Zuerst wird deutlich, dass die Handschrift Arjen Lucassens fehlt. War das Debüt „Embrace The Storm" noch von typischen Melodien des Holländers, triphoppigen Passagen und experimentellen Klecksern gekennzeichnet, verfolgen STREAM OF PASSION auf „The Flame Within" strikt den Kurs des melodischen, bombastischen Gothic Metal ohne große Umschweife. Diese Reduktion oder Konzentriertheit tut der Band aber gar nicht schlecht, denn so müssen die Bandmitglieder nicht mehr befürchten, nur eine weitere Lucassen-Nebenspielwiese zu sein, sondern können mit durchaus eigenständigen, aber immer als STREAM OF PASSION erkennbaren Songs punkten.
Großen Anteil am Wiedererkennungswert hat natürlich die hübsche Frontdame Marcela Bovio, die einst von Lucassen für AYREON rekrutiert wurde. Die Sängerin überzeugt durch eine tadellose Leistung und eine wunderschöne Stimme - hier also zum Glück nichts Neues. Die Songs selbst klingen mittlerweile kompakter und besitzen sehr oft Ohrwurmcharakter. Als Beispiele seien nur „The Art Of Loss", „In The End", das ruhige „When You Hurt Me The Most" und „Games We Play" genannt, die rifflastige Passagen, eingängige Melodien, bombastische Orchestrierungen, eingestreute Pianopassagen und ruhige Momente miteinander verbinden. Damit rücken STREAM OF PASSION manchmal in die Nähe von EVANESCENCE und sollten für diejenigen, denen WITHIN TEMPTATION zu aufgesetzt wirken, ein gefundenes Fressen sein.

Darüber zu diskutieren, ob „The Flame Within" jetzt besser oder schlechter als das Debüt ist, ist müßig. Das zweite Album der mittlerweile in Holland lebenden Band klingt einfach ein wenig anders und fokussierter, allerdings auch weniger progressiv und abwechslungsreich als „Embrace The Storm". Trotzdem kann für „The Flame Within" eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden, und auch Fans der ersten Stunde werden nicht enttäuscht zurückgelassen.