Purified In Blood - Flight Of A Dying Sun

Purified In Blood Album Cover1

Stil (Spielzeit):
Metal / Metalcore (34:52)
Label/Vertrieb (VÖ): Indie Recordings / Edel (15.06.12)
Bewertung: 7,5 / 10

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Bei dem Namen PURIFIED IN BLOOD hat es sofort geklingelt:"Ist das nicht so eine skandinavische Metalcoreband? Vegan und so?" Ja und nein, stelle ich jetzt fest. Zumindest sind hier auf ihrem dritten Album die Hardcoreelemente sehr dünn und wenig plakativ – also das als Metalcore zu bezeichnen, fällt manchmal schon ziemlich schwer. Aber genau das steht ihnen ja auch, weil die Breakdowns hier eben nicht nur so verpuffen und der Metal hier wirklich auch nach Metal riecht!

Ich hatte die Band mit zwei Sängern in Erinnerung und ein Blick in das Infoschreiben bestätigt: Glenn Reaper ist ausgestiegen, reißt aber kein unfüllbares Loch in die Band – allerdings wäre es natürlich mit zwei Stimmen etwas abwechslungsreicher geworden. Dennoch ist der Mann als Gast bei einem Stück dabei. Überhaupt gibt es hier ein paar zusätzliche Leute die sowas wie Saxophon und Orgel zum Sound beitragen – unglaublich geil. Vor allem, wenn man sich das beim letzen Stück und Titeltrack „Flight Of A Dying Sun" anhört. Grade das mit der Orgel passt so unheimlich gut, dass ich mich echt frage, warum das nicht viel mehr Bands machen – ganz im Ernst!

Der Metal der Band ist deftig aber oftmals extrem melodisch und nie kompliziert, sondern nachvollziehbar und in gewissen Momenten sehr groovig. Und außerdem nie festgelegt – sie bedienen sich schon ganz gerne an einer größeren Palette von Einflüssen – und das hält die Songs auch spannend. Einziges wirkliches Manko: ab und zu enden die Songs etwas höhepunktlos und man wundert sich, warum einen der Song im Nachhinein doch etwas weniger umhaut, als es die ganze Zeit den Anschein macht. Aber da fehlt einfach noch manchmal der unbedingte Wille, um aus den Songs unschlagbare Hits zu machen.

Mit ihrem dritten Album machen PURIFIED IN BLOOD vieles richtig, schöpfen aber ihr Potential noch nicht komplett aus. Grade das Mitwirken der Gäste verhilft dem Album zu einem wesentlich größeren Sound, als ihn viele vergleichbare Bands bieten. Wenn sie genau das beibehalten, jetzt aber noch das letzte aus den Songs rausholen könnten, wären sie eine unbezwingbare Macht. So ist „Flight Of A Dying Sun" ein sehr gutes Album geworden, das noch etwas Platz nach oben zeigt. Ich bin wirklich gespannt, ob PIB das steigern können!