Waiting For Better Days - To Those Who Believe To Be Left Alone

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Stil (Spielzeit):
Hardcore, Metalcore (35:37)
Label/Vertrieb (VÖ): Indelirium / NMD (01.06.12)
Bewertung: 7 / 10

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Aus Italien kriege ich gerne mal melodische Death Metal Platten zugeschickt. WAITING FOR BETTER DAYS sind dagegen eine melodische, moderne Hardcoreband, die sich es irgendwo zwischen EVERGREEN TERRACE, IGNITE und COMEBACK KID gemütlich macht, aber eigentlich noch viel mehr will.

Das würde zumindest erklären, warum die Italiener auf so vielen Fronten gleichzeitig angreifen. Man nehme nur mal den Opener des Albums: zunächst ist es ein ganz normaler, moderner Hardcoresong und man möchte WFBD direkt in eine bestimmte Schublade stecken. Dann hat der Song aber ein extrem langes Outro, welches eher in die Posthardcore-Richtung geht und dazu noch auf Gesang verzichtet. Daraus hätten sie auch locker einen zweiten Song basteln können. Aber vermutlich wollen sie damit „hey, das können wir eben auch noch!" aussagen. Und mit dieser Einstellung machen es sich die fünf Südländer nicht immer ganz so einfach auf ihrem Debüt-Full Length: sie klingen manchmal unentschieden.

Mal übernimmt der Metal die Oberhand, dann klingen sie wieder nahezu punkig, dazwischen wechseln sie zwischen Englisch und Italienisch, mal geht es sehr melodiös und mal ziemlich heavy oder moshig zur Sache. Dadurch klingt das Album manchmal ein wenig zerfahren und zusammengestückelt – was auch innerhalb der Songs selber manchmal der Fall ist.

Auf der anderen Seite ist es aber auch schön zu hören, wie WAITING FOR BETTER DAYS nicht nur ein Rezept in der Tasche haben und dieses dann zehn Mal kopieren. Gut, meinetwegen hätten sie auf die Hälfte der Moshparts verzichten können, weil sie ihre anderen Stilmittel aufregender nutzen können. Aber unter all dem Wirrwarr entdeckt man letztlich eine recht abwechslungsreiche Band, die sich einfach alles vom Hardcore mitnimmt, was ihr gefällt, dabei technisch ziemlich überzeugend ist, eine gute Produktion vorweisen kann und eigentlich ohne Probleme auf internationalem Niveau mitspielt.

Man muss sich jetzt nur noch entscheiden, ob man diese Mixtur mag. Und vielleicht sollten sie den Moshparts schon allein deswegen aus dem Weg gehen, weil sie sich durch die Stimmen eh einige nicht gut gemeinte EVERGREEN TERRACE-Vergleiche anhören müssen. Aber wer auf hungrige Bands steht, wird hier fündig, denn sie hätten es sich auch definitiv einfacher machen und entweder nur melodischen Hardcore oder nur Metalcore spielen können – aber so bieten sie in der Tat eine recht eigene Mischung.

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