Liquid Horizon - Revolutions




Stil (Spielzeit): Melodic Prog Metal (55:46)

Label/Vertrieb (VÖ): Eigenvertrieb (2007)

Bewertung: 8/10

Link: http://www.liquid-horizon.com

Im Jahre 2000 taten sich vier Mannheimer zusammen, um unter dem Namen LIQUID HORIZON Musik zu machen, die sich sehr an ihre eigenen Faves und Wurzeln orientieren sollte. 
Da diese Wurzeln und Einflüsse bei Bands wie DOKKEN, VANDENPLAS, DREAM THEATER und SAVATAGE liegen, ist es kein Wunder, dass die Band auch wie eine Mischung aus eben diesen Bands klingt, wobei der Einfluss von DOKKEN jetzt eigentlich nicht wirklich herauszuhören ist. 
Mit dem Album „Revolutions“ hat die Band nicht nur, nach zwei EPs und einem Longplayer aus dem Jahr 2005 mit dem Titel „Urban Legends“, ihr zweites Full Length Album aufgenommen, sondern sich direkt an die verzwickte Sache eines Konzeptalbums herangewagt. 

Inhaltlich geht es, wie der Titel es schon vermuten lässt, um eine Revolution, in diesem Fall genauer gesagt um die Französische Revolution. Und diese Umsetzung ihrer Idee ist Michael Heck (keybords), Chuck West (drums), Marc Schroth (bass/backing vocals) und Gitarrist und Sänger Oliver Kilthau ziemlich gut gelungen. 
Die zehn Songs sind musikalisch wie textlich sehr tiefgründig ausgefallen, die Songs wirken sehr komplex, aber nie überladen oder verfrickelt. 
Die Vocals von Sänger Oliver kommen klar und kräftig rüber, und erinnern mich in vielen Passagen an Bruce Dickinson, vor allem fiel mir das bei „Sacrifice“ auf, bei dem sich die Gesanglinien unglaublich nach „Tears Of The Dragon“ anhören. 
Die ersten sechs Songs führen einen langsam auf den Höhepunkt des Albums zu, der in einem über 20 minütigen Epos mit dem Titel „The French Revolution Trilogy“ liegt, wobei es bis dahin abwechslungsreicher kaum zugehen könnte. 
Nach dem Intro „Welcome To The Revolution“, in dem man in Kurzform mit dem Thema Französische Revolution vertraut gemacht wird, geben die Vier mit „Battle Entrance“ und „Sacred Grounds“ gut Gas. Die Songs sind immer wieder von Breaks durchzogen, was den Titeln sehr viel Leben einhaucht. 
Nach demselben Schema gehen sie bei „Freedom“ und „Resistance“ vor, bevor mit „Sacrifice“ erstmals ruhigere Töne angestimmt werden. 

Das epische „The French Revolution Trilogy“ ist dann, wie der Titel es schon sagt, auf drei Akte verteilt, nämlich „The King“, Revolution“ und „System Of Terror“, und bildet das Herzstück dieser CD, denn damit haben sich LIQUID HORIZON selbst übertroffen. Abwechslungsreicher und interessanter kann man Progressiven Metal kaum einspielen. In diesen drei Songs ist alles vertreten, was das Metalherz begehrt. Von langsameren Passagen bis hin zu aggressiven Parts legen LIQUID HORIZON musikalisch alles in die Songs, was nötig ist, um die Texte eindrucksvoll zu untermalen. 
Zudem schaffen sie es damit in bemerkenswerter Weise, einen unglaublichen Spannungsbogen aufzubauen, der dem Hörer richtiggehend die Dramaturgie dieses Themas vermittelt. 

„The Stand“, dass mit militärischen Trommelwirbeln eingeleitet wird, beendet dann mit einer höchst melancholischen und traurigen Grundstimmung ein Album, dass unglaublich reif und abgeklärt klingt, und mit dem sich die Band selbst für ihre nächsten Veröffentlichungen die Messlatte äußerst hoch gelegt hat.

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