Ivory Tower - Subjective Enemy




Stil (Spielzeit): Progressive Metal (66:11)

Label/Vertrieb (VÖ): Pure Steel Records / Twilight Vertrieb (09.05.08)

Bewertung: 7,5/10

Link: http://www.ivorytower.de

IVORY TOWER sind in der deutschen Metal-Landschaft keine Unbekannten, auch wenn es mittlerweile fast acht Jahre her ist, dass sie mit ihrem letzten Album “Beyond The Stars” ein Lebenszeichen von sich gaben. Zählt man das erste Album dazu, dass noch unter dem Namen AX’N SEX eingespielt wurde, ist „Subjective Enemy“ der vierte Silberling der Band, der eigentlich unter dem Titel „IT“ bereits 2007 bei Remedy Records erscheinen sollte, wozu es allerdings nie kam. 
Mit einem Jahr Verspätung, einem neuem Titel und neuem Coverartwork wird die Scheibe aber jetzt trotzdem auf die Metalgemeinde losgelassen. 

Für „Subjective Enemy“ haben Sänger Andre Fischer, Gitarrist Sven Böge, Basser Björn Bornbach, Drummer Florian Tabbert und Tastenmann Heiner Risthaus laut Trackliste ganze 17 Songs eingespielt, was sich aber nach dem ersten Durchlauf auf elf Songs reduziert, den sechs Titel sind mehr oder weniger nur kurze Zwischenspiele oder Intros auf nachfolgende Songs, und somit eigentlich nicht weiter erwähnenswert. 
Warum IVORY TOWER diese Minitracks nicht direkt in die Songs integriert haben, wäre interessant zu erfahren. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die verbleiben elf Songs unterstreichen, dass es auch aus unseren Breiten Bands gibt, die es geschickt verstehen, Power Metal mit progressiven Touch zu fabrizieren, und dabei weit entfernt davon sind, sich in irgendeiner Weise zu wiederholen. 
Sänger Andre Fischer drückt dabei den Songs mit seiner hohen, aber sehr kraftvollen Stimme, die teilweise wie eine Mischung aus Andi Derbis und Tobias Sammet klingt, den Stempel ganz besonders auf, und dürfte damit auch besonders als Aushängeschild für IVORY TOWER dienen, was aber die Leistung der anderen Musiker nicht schmälern soll. 
Auch Gitarrist Sven Böge fällt mit seinen Soli immer wieder auf, wie zum Beispiel bei dem klassisch angehauchten Solo während des Songs „Warnung“, und auch die Rhythmusfraktion treibt die Songs immer wieder gekonnt nach vorne. 

Das die Band auch durchaus episch zu Werke geht, beweisen Songs wie „Access Denied“, „The Calling“, oder auch das über elf Minuten lange, und am Schluss der Scheibe platzierte „Awake“. Auch balladeske Klänge sucht man auf „Subjective Enemy“ nicht vergebens, denn mit der Halbballade „Words“ appellieren IVORY TOWER an jede Gänsehaut, sich zu erheben. 
Daneben hat man bei den schnellen Songs wie „Keys“ oder „Welcome To…“, oder dem zwischen balladesken, bombastischen und harten Klängen hin und her springende „Construction Site“ fast das Gefühl, eine ganz andere Band zu hören, was sehr für die Vielfalt und den Abwechslungsreichtum dieses Albums spricht. 

Fazit: „Subjective Enemy“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, bei dem IVORY TOWER nie auf der Stelle treten, und fast bei jedem Song mit Überraschungen aufwarten. 
Meiner Meinung nach hätte man sich nur die kleinen Zwischenspiele sparen können, denn nach zwei oder drei Durchläufen habe ich die sowieso immer wieder weiter geskippt, um zum nächsten richtigen Song zu kommen. 
Wer auf progressiven Power Metal steht, der immer wieder von epischen Sounds durchzogen ist, sollte sich dieses Album zulegen.

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