Proghma-C - Bar-do Travel


proghma-c_---_bar-do_travel

Stil (Spielzeit): ProgressiveMetal (56:24)
Label/Vertrieb (VÖ): Mystic Production (2009)
Bewertung: 4/10

Link: http://www.myspace.com/proghmac
Aus Polen, einem der wenigen Länder mit semipräsidentieller Demokratie, kommt bekanntes Essen wie die Krakauer, Bigos (polnischer Krauttopf), Piroggen (Maultaschen mit Fleischfüllung) und Barszcz (die polnische Variante des Borschtsch, einer Rote-Bete- Suppe). Bekannte Größen im musikalischen Bereich fallen mir bis jetzt nur BEHEMOTH, VADER und DECAPITATED ein. Die drei Genannten toben sich im Death- / Blackmetalbereich aus, und das mit Erfolg. Wem noch weitere bekanntere Bands einfallen, darf sich gerne unten austoben.
Neben diesen Brutalo-Bands versuchen nun also auch PROGHMA-C zu bestehen und ihre Musik in die Welt hinaus schallen zu lassen. Und das eben nicht mit oben genannter Musikrichtung, sondern mit einer progressiveren Mischung aus TOOL, MASTODON, A PERFECT CIRCLE, New Metal und gekreischtem Hardcore. Das hört sich nach einem verrückten Potpourri verschiedenster Zutaten an? Das ist richtig, und so schmeckt es auch.

Bekanntlich heißt es ja nicht nur, dass zu viele Köche den Brei verderben, sondern auch, dass man lieber etwas weniger würzt, da der Konsument im Notfall bei der Verköstigung immer noch ein wenig nachwürzen kann. In dem Fall dieses polnischen Allerleigerichtes trifft es leider zu, dass die Speise etwas überwürzt ist. Die komplexe, vertrackte und teilweise wahnsinnige Kombination der einzelnen instrumentalen Zutaten macht die einzelnen Gänge sehr zäh. Hat man sich an einen Geschmack gewöhnt, wird einem dieser in der nächsten Minute mit dem Hinzufügen eines anderen Geschmacks genommen. Dieses Strapazieren der Geschmacksnerven macht die trotzdem irgendwie nach was neuem schmeckende Komposition zu einem schwer verdaulichen Menü. Zum krönenden Abschluss, oder eher Dessert, versuchen sich die vier Köche aus Polen dann noch an der Rezeptur von BJÖRK's „Army Of Me". Die schmeckt allerdings leider so, als sei sie aus der Hand der Sterneköche aus dem Hause KORN. An dieser Rezeptur haben sich schon die Köche von HELMET und auch CALIBAN versucht, und die haben das auch irgendwie schmackhafter hinbekommen.

Das Geschmackserlebnis im Ganzen bleibt nach den getesteten neun Gängen leider ein wenig auf der Strecke. Das Ganze ist ein wenig zu viel von Allem. Die Grundlage passt schon, aber beim nächsten angerichteten Catering sollten PROGHMA-C nach der Devise „Weniger ist mehr" kochen, und versuchen, leichter verdauliche Kost zu servieren. Fans, die hauptsächlich auf den Geschmack von TOOL stehen und sich vorstellen können, mit diesem Grundgeschmack noch zu experimentieren, können hier gutes Trinkgeld lassen. Alle anderen sollten erstmal ein Gratishäppchen versuchen.


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