Beardfish - Destined Solitaire



Stil (Spielzeit): Progressive Rock (76:51)
Label/Vertrieb (VÖ): InsideOut/SPV (24.07.09)
Bewertung: 7,5/10
Link(s): http://www.beardfish.argh.se
BEARDFISH sind eine Ausnahmeerscheinung im Progressive Rock-Sektor. Kaum eine andere Band schafft es, so viele Stile zu vereinen und sich dabei immer auf klassischen Prog der Siebziger zu beziehen. Das 2008 erschienene „Sleeping In Traffic Part Two" war ein äußerst abwechslungsreiches, geniales Album, das nur schwer zu übertreffen ist. Das haben BEARDFISH mit „Destined Solitaire" auch nicht geschafft, trotzdem sind die Schweden meilenweit davon entfernt, durchschnittlich zu klingen.

Neun Songs und eine opulente Spielzeit von knapp 77 Minuten - das lässt das Herz eines jeden Progressive-Gourmets höher schlagen. Die Bartfische starten überraschend mit der Instrumentalnummer „Awaken The Sleeping" (mit PINK FLOYD-Anleihen am Ende) in ihr neues Album, und dann zeigt der Titeltrack, dass BEARDFISH sogar noch facettenreicher und verspielter geworden sind als auf dem Vorgänger. Neben den typischen Zutaten und einer erdigen, warmen Produktion erstaunen hier Growls (!), untypische Soundeffekte und allerlei Abwechslung, die aber gleichzeitig auch bedeutet, dass sich das Album nicht schnell erschließen lässt. BEARDFISH sind eine in höchstem Maße ungewöhnliche Band, zu dem Progressive Rock gesellen sich so viele verschiedene andere Stile, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Natürlich haben die Schweden auch wieder an eingängige Momente und Melodien gedacht, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass „Destined Solitaire" etwas verkopfter klingt als vorherige Platten. Die üppige Spielzeit und die Spielerei mit Hupen, Tröten, zig Soundeffekten etc. hat nämlich zur Folge, dass sich das fünfte Album von BEARDFISH zu komplex und überladen anfühlt. Die Schunkelpassagen in „Until You Comply" passen einfach nicht, und obwohl „Destined Solitaire" teilweise ungewöhnlich hart ausgefallen ist, hatte man sich an einigen Stellen mehr Gitarren als Orgeln gewünscht.

Vielleicht liest sich dieses Review nicht so, wie man es von einem „richtig guten" Album erwarten sollte. Vielleicht bin ich auch zu verwöhnt, um die Genialität dieses Werkes so zu würdigen, wie es andere Schreiber tun. Und natürlich haben BEARDFISH zauberhafte, durchdachte Songs geschrieben, die vollkommen kreativ sind, und stecken den größten Teil der Konkurrenz mit einer einzigen Nummer locker in die Tasche. Aber „Destined Solitaire" bleibt trotzdem ein wenig hinter meinen Erwartungen zurück...