Fuzzy Vox - No Landing Plan Tipp

Fuzzy Vox - No Landing Plan
    Garage / Punk / Rock / Indie

    Label: Kidnap Music
    VÖ: 14.07.17
    Bewertung:8/10

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Ich bin an und für sich kein unglaublich großer Freund des Garage-Punks. Ab und zu gibt es da mal einen Song, den ich richtig gut finde, aber auf Dauer kann ich mir diese Retro-Punk-Variante nicht geben. Umso erstaunlicher, dass dieses Trio aus Paris sich so schnell in mein Herz spielen konnte. Aber „No Landing Plan“ ist auch einfach eine Sammlung von kleinen und streckenweise echt tanzbaren Hits.

Direkt ab dem ersten Song fangen sie mit Stakkatobeats und Riffs an, die DANKO JONES, JET und THE HIVES neidisch gemacht hätten. Und so verbinden sie Dreck und Rotz mit Pop und angenehmer Hektik. Zwischendurch hauen sie immer wieder kleine Hits raus, die in den 2000ern wunderbar in jede Alternative Disko gepasst hätten. Natürlich machen sie nichts großartig Innovatives – schließlich schreit hier alles „retro“ – aber FUZZY VOX haben einfach ein sehr gutes Händchen für Hits. Und ja, zwischen THE HIVES und JET darf man durchaus Songs mit „Ohnonononos“ singen.

Meiner Meinung nach sind FUZZY VOX trotz ihres klaren Stils hier eigentlich relativ abwechslungsreich. Klar wird auf "No Landing Plan" gerne zwischen den Riffs über das Schlagzeug gesungen, bis der Refrain es dann auflöst, aber diese Refrains haben es dann ja auch in sich. Die Gitarrensounds sind gut ausgesucht und den jeweiligen Songs bzw. Parts angepasst und das Schlagzeug hält die Tanzhüfte konstant in Bewegung.

Und irgendwie klauen sie sich durch die halbe Pop/Rock-Geschichte. „I Told You Before“ zum Beispiel klingt wie eine aufgeputschte Rotzversion von "Bohemian Like You“ – ergibt aber total Sinn. Ebenso wie das an die RACONTEURS erinnernde „Grow Evil“. Und wenn sie dann bei „A Reason To Love“ wie in einem Western klingen, haben mich die Franzosen einfach im Sack.

Diese Hitdichte ziehen FUZZY VOX durch das gesamte zweite Album ihrer Karriere. Ab und zu darf auch mal eine zweite Gitarre aus dem Off ein paar Akzente setzen, aber ansonsten spielen sie hier einfach als ziemlich tightes Trio auf und ihre Stärken voll aus. Die Vocals sind klasse und klar, haben aber so eine kleine Kante, die ab und zu ausgepackt wird und schaffen damit echt immer wieder kleine Hits.

Wie erwähnt, kann ich mit Garage-Rock – bzw. Garage-Punk (denn für Rock sind sie viel zu rotzig) – eigentlich gar nicht viel anfangen. Aber bei „No Landing Plan“ begeistert mich einfach jeder Durchlauf aufs Neue – auch wenn man ihnen die Verwandtschaft zu den anderen Bands dieses Genres mehr als deutlich anhört. Also wenn Retro immer so voller Wucht, Energie und positivem Popappeal wäre, hätte ich mich da bestimmt mehr mit beschäftigt. Klasse Mischung!

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