John Garcia - The Coyote Who Spoke In Tongues

John Garcia - The Coyote Who Spoke In Tongues

Drei Jahre nach dem ersten jetzt das zweite Solo-Album von JOHN GARCIA – das klingt allerdings anders als erwartet. Der Sänger, der mit seiner Stimme auf den wegweisenden KYUSS-Alben den Stoner-Rock geprägt hat, bringt auf „The Coyote Who Spoke In Tongues“ keine Fuzz-Orgien, sondern ruhige Akustik-Nummern. Ist das geil? Zum Teil.

JOHN GARCIA hatte sich mal von seiner KYUSS-Vergangenheit losgesagt, nur um kurze Zeit später mit KYUSS LIVES! die alten Songs wieder live zu spielen. Auch mit seinem neuen Album schafft er es nicht, aus dem Schatten der Legende hervorzutreten: „The Coyote Who Spoke In Tongues“ enthält neben neuen Kompositionen auch Neu-Interpretationen von KYUSS-Klassikern. So wird das nichts mit der Emanzipation.

"Gardenia" funktioniert auch akustisch, "Green Machine" nicht

Zumal: Nicht das gesamte KYUSS-Material eignet sich für die Akustik-Nummer. Bei „Gardenia“, damals Opener des großartigen Albums „Welcome To Sky Valley“, funktioniert das ganz gut. Die (gekürzte) Version hat eine ganz eigene, schummrige Lagerfeuer-Stimmung, die auch gut in eine verräucherte Mexico-Bar passen würde. „Green Machine“ wiederum hat außer einem Überraschungsmoment nicht viel zu bieten. Dieser treibende, dreckige Song in einer ganz sanften Version – gute Idee. Die Komposition ist aber zu einfach, um auch in dieser Form spannend zu sein. Auch bei den weiteren KYUSS-Stücken: Licht und Schatten.

JOHN GARCIA kann sich offenbar nicht von KYUSS lösen

Da kommen die neuen Stücke schon besser. Sie wirken natürlicher, eben so, als wären sie gleich in dieser Fassung geschrieben worden. Außerdem zieht man beim Hören natürlich nicht ständig den Vergleich zum Original. Ich liebe KYUSS – gerade deswegen wäre mir ein Akustik-Album mit ausschließlich neuem Material lieber gewesen.

„The Coyote Who Spoke In Tongues“ ist ein nettes Teil, das nicht weh tut. Kann man sich gut anhören – beim Grillen, beim Chillen oder beim Date unter Stoner-Fans. Viel hängen bleibt aber nicht, außer, dass JOHN GARCIA offenbar immer noch keine zündende Idee hat, wie er sich von seiner Vergangenheit lösen könnte.

 

Tracklist:

01. Kylie
02. Green Machine
03. Give Me 250ml
04. The Hollingsworth Session
05. Space Cadet
06. Gardenia
07. El Rodeo
08. Argleben II
09. Court Order

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