Hellish Crossfire - Bloodrust Scythe Tipp


hellishcrossfire-bs


Stil (Spielzeit): Thrash Metal (42:40)
Label/Vertrieb (VÖ): I Hate (11.01.2010)
Bewertung: 9/10

Link: www.myspace.com/hellishcrossfirethrash

HELLISH CROSSFIRE kommen nicht aus Franken, sondern direkt aus den Achtzigern!

So bescheuert dieser Wortwitz auch sein mag, so wahr ist er gleichzeitig. Denn das Schöne an diesem Album ist, dass es sich perfekt nach 1986 anhört und -fühlt. SODOM hätten es nicht besser machen können und all die (wenn auch geilen) Neo-Oldschool-Thrash-Bands wie WARBRINGER, MANTIC RITUAL oder TOXIC HOLOCAUST erst recht nicht. Argumente wie: pf, wozu brauche man sowas denn, wenn man „Agent Orange“ im Plattenschrank habe, zeigen nur Neid und Missgunst – natürlich braucht man „Bloodrust Scythe“, denn es ist neu! Es ist geil! Es ist voll Oldschool, Mann!

„Night Of The Possessed“ geht gleich mal voll in den Solarplexus. Rasend schnelles Riffing, Drums aus der Hölle und aggressiv gebrüllte Teufelsgesänge. Wenn dann im Mittelteil der Bleifuß vom Gaspedal herunter gehievt wird, geht die eigentliche Teufelsbeschwörung erst los und die Nackenschmerzen machen sich erstmals bemerkbar. „Of Slaying Grounds“ ist ein dämonischer Monsterritt und „Orgasmic Rush“ nicht weniger, als der Titel verspricht. „Too Tough To Die“ markiert zum Abschluss noch mal die dicken Eier; schleppend, krachend und wie der Rest des 42-minütigen Höllenritts unglaublich heavy.

Dabei rumpelt und knarzt es an allen Ecken und Enden. Der Sound von „Bloodrust Scythe“ ist nicht weniger als die Wiederentdeckung des Ur-Thrash. Das Schlagzeug klingt herrlich dreckig und zischt, hallt, knallt und rummst derbe. Darüber sägt der Gitarrensound auch die härteste deutsche Eiche (oder, um in den Achtzigern zu bleiben: Resopal in Eichenoptik) durch, irgendwo dazwischen blubbert der Bass vor sich hin und über allem thront, in wunderbarem Phil-Collins-Tribute-Hall eingebettet, das zutiefst böse Geschrei von Sänger „Iron Tyrant“.

Beim Hören von „Bloodrust Scythe“ bleibt einem gar nichts anderes übrig, als das Schädeltrauma inklusive dreifacher Wirbelfraktur mit in die Höhe gereckter Pommesgabel und einem kehligen „Fuck yeah!!!“ zu begleiten. Wer eine Kutte oder Jeansjacke sein Eigen nennt, ziehe diese bitte an, schütte sich Bier übers Haupt und headbange bis zur Besinnungslosigkeit, während „Bloodrust Scythe“ in Dauerschleife läuft.

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