Shrapnel - Hellbound Tipp



Stil (Spielzeit): (old school Hochgeschwindigkeits-) Thrash
 Metal (34:07)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenprod. (2010)
Bewertung: 9 / 10


Link: Home / Myspace

Nomen est omen: Wat’n Geschoss!

Die Old School Thrash Flut ebbt und ebbt nicht ab… Gut so! Die Australier SHRAPNEL sind aus Perth (ergo nicht die aus Brisbane) und haben eine minimal angeschwärzte Seite. Und wer sich bei AURA NOIR anschmiegt und zwischen High-Speed Thrash und Hochgeschwindigkeits-Metal hin und her rüpelt, mag es im Leben schwer haben. Bei mir hat er’s leicht. Fast `n furious, dreckig, roh und kompromisslos sind SHRAPNEL, und so will ich Metal (immer wieder mal) haben. ---Bangen bis die Kopfhaut reißt…

SODOM, DARK ANGEL, EXCITER, WHIPLASH  können als Orientierungspunkte dienen. Jeweils deren Highspeed-Geschosse der Frühphase. Mal abgesehen davon, dass hier im Prinzip ausnahmslos Vollgas gegeben wird, ist zudem Sänger / Drummer Louis Rando recht auffällig: Mal klingt er etwas wie Trommler- /Sängerkollege Evo von WARFARE, mal sehr wie Ole Jørgen Moe (a.k.a. Apollyon), mal eher wie ein typischer röhrend keifender Thrasher der 80er inkl. einiger geiler Kopfstimmenschreie. Auf jeden Fall: rau und nach viel „good friendly violent fun“.

Die stimmliche Variabilität ist auch von Nöten, wenn derartig kompromisslos drauflos gedroschen wird. Wie gesagt: alle Stücke sind schnell. Einige rasend schnell, andere eher pfeilschnell. Wenn ich mich nicht verzählt habe, geht es dreimal für ganz kurze Momente in den mittleren Tempo-Bereich.

Unterschiede gibt’s nur insoweit manche Riffs dezent schwärzlich schimmern. Die meisten sind Thrash pur. Manche angepunkt. Und alle wirken wie gute alte Bekannte. Die Kurz-Soli sind mindestens ebenso alt wie Kerry Kings Bart, aber immer noch quuiiiiietsch-fidel. Wirklich anders ist da nur  die Schlussnummer: „The Power is Mine“. HC-Britpunk mit Lemmy-Bass und NWoBHM-Gedächtnissolo bei minimal reduziertem Speed.  Seltsam, aber so steht es geschrieben: Es lassen sich auch alle anderen Stücke nach einmaligem Hören auseinanderhalten.: Was auch daran liegen mag, dass Gitarrist / Basser Andrew Doepel zwar wie bekloppt über seine insgesamt zehn Saiten jagt, aber das viel raffinierter tut, als es auf den ersten Hör scheint.

Manch einer wird sich angesichts des pausenlosen Dauerfeuers aus Beats und Riffs dennoch des Eindrucks von Gleichförmigkeit und Einfallslosigkeit nicht erwehren können. Pah! Schnickschnack! --- Der Rausch beim Moped-Fahren links von der Überholspur kommt ja auch nicht vom Bremsen. Das hier ist der ultimative Soundtrack für eine 34 min : 07 sek dauernde Fahrt von Hamburg nach Berlin…

Wem AURA NOIR zu lahm sind und SLAYER zu verkopft, der wird bei dieser Hetzjagd seinen primitiven, aber definitiven Spass haben! 

Mehr Thrash Metal Reviews