Zuul FX - The Torture Never Stops Tipp

Zuul_FX

Stil (Spielzeit): Neo-Thrash (44:04)
Label/Vertrieb (VÖ): XIII Bis Records / Soulfood (28.02.11)
Bewertung: 8 / 10
Link: http://www.myspace.com/zuulfx

I want to kill you like they do... Mit diesen romantischen Worten betitelten die vier Jungs von ZUUL FX die Eröffnung ihres neuen Konzeptalbums mit dem fast ebenso romantischen Titel “The Torture Never Stops” und leiten damit die Geschichte eines jungen Mannes ein, der mit der brutalen Ermordung seiner Frau versucht umzugehen. Insgesamt stellt so ein Konzept, welches sich durch ein komplettes Album zieht, natürlich eine feine Sache dar. Der geneigte Hörer ist dadurch verleitet, sich die zusammenhängenden Texte durchzulesen und bei deren Instrumentalisierung genauer hinzuhören, um den tieferen Sinn zu verstehen. Und falls man darauf keine Lust haben sollte, stellt dies auch kein größeres Problem dar, denn zumindest in diesem Fall können die einzelnen Titel auch für sich alleine stehend überzeugen, ohne zu wirken, als hätte man sie aus irgend einem Kontext gerissen. Das Konzept von „The Torture Never Stops“ geht also in jeder Hinsicht auf. Die hier von den vier sympathischen Franzosen erzählte Geschichte stellt zwar keine bahnbrechend innovative Erzählung dar, hebt sich aber zumindest vom Großteil der sonstigen lyrischen Ergüsse in diesem musikalischen Sektor ab. Dass man den eingangs zitierten Satz auch auf die Musik von ZUUL FX beziehen könnte, ist hingegen eine ganz andere Geschichte...
Denn der ewige Nörgler könnte wohl behaupten, das beinharte Quartett aus Paris versuche, seine Hörerschaft mit den gleichen musikalischen Vorgehensweisen zu überzeugen, wie es bisher auch Combos wie EKTOMORF, SEPULTURA oder auch FEAR FACTORY erfolgreich getan haben. Denn der Einfluss, den die drei angeführten Formationen und andere namhafte Vertreter des modernen Thrashmetals auf ZUUL FX haben, ist nicht zu überhören. Und doch ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Jungs auf ihrem mittlerweile dritten Album ihren eigenen Stil gefunden und in den altbewährt neumodischen Thrash-Mantel eingewoben haben. Scheint auch immer mal wieder ein wenig MACHINE HEAD durch, so beweisen die Jungs doch regelmäßig, dass sie noch weitaus mehr auf dem sprichwörtlichen Kasten haben als die eigene Interpretation fremder Ideen. So schleicht sich in die insgesamt elf Tracks auf „The Torture Never Stops“ gerne mal ein leichter Deathmetal-Verweis der softeren Sorte ein. Außerdem wird die Scheibe durchgehend von dezenten Keyboard-Spielereien aufgelockert und die eine oder andere Anspielung auf die etwas älteren Vertreter des Thrashmetals kann auch entdeckt werden...

Überwiegend ist diese knapp dreiviertelstündige Huldigung an basslastige Grooves jedoch eher etwas für jüngere Generationen. Treibende Kopfnickerrhythmen und massiv drückende Gitarrenwände prägen das Gesamtbild der Scheibe und die allgemeine Hüpfkompatibilität ist mindestens ebenso signifikant wie die Intensität der überwiegenden Screams von Frontmann Steeve „Zuul“ Petit. Dieser grölt und schreit sich auf wirklich angenehm anzuhörende Weise die Kehle aus dem Leib und driftet glücklicherweise nur selten in klaren Gesang ab. Dieser unterstreicht jedoch in unregelmäßigen Abständen recht deutlich das zeitgemäße Image des Quartetts. Selbiges tun die vereinzelten ruhigen Passagen, welche selbstverständlich nur die Einleitung für den nächsten höllisch groovenden Abgehpart bilden. Insgesamt fallen auf der Scheibe am stärksten die wundervoll tief gestimmten Gitarren ins Auge, welche die relativ variantenreichen Drums leider etwas in den Hintergrund stellen. Oft fällt erst auf den zweiten Blick so richtig auf, dass eine schön tighte und schnelle Doublebase das dröhnende Geriffe untermalt. Das ist ein wenig schade...

Der allgemeine Hörgenuss leidet jedoch nicht sonderlich stark darunter. Das Ganze ist recht eingängig und durch den basslastigen Sound fühlt man sich überwiegend mitgerissen. Titel wie das großartige „Bipolar Confusion“ dürften keinen Kopf stillstehen lassen. Allerdings hat man auf diesem Album im Vergleich zu den Vorgängern den Gitarrensoli-Anteil leicht erhöht. Diese sind meines Erachtens teilweise etwas zu lang und dominant. Dennoch kann man von einer positiven Weiterentwicklung sprechen, da die neue Scheibe vielseitiger ausgefallen ist als die beiden vorherigen. Live gehen die vier elanvollen Jungs übrigens auch gut ab...

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