Sounder – Praise Be To Death

Sounder_Praise_Be_To_Death

Stil (Spielzeit): Old School Thrash Metal (34:19)
Label/Vertrieb (VÖ): No Colours/Metal Inquisition (28.06.10)
Bewertung: 6,5/10

Link: http://www.myspace.com/sounderthrashmetal

Laut südamerikanischer Lebensart nimmt man es nicht so genau mit der Pünktlichkeit. So kommt es, dass auch der Nachfolger von „Hell Hymns" aus Brasilien erst jetzt auf meinem Schreibtisch liegt. Pünktlichkeit hin oder her – fleißig sind die Burschen allemal, wenn sie in relativ kurzer Zeit ihr zweites Album in die Welt hinaus senden. Das Ansinnen hat sich kein Stück geändert. Es wird Thrash serviert – kompromisslos und Old School.

Gleich beim Titeltrack am Anfang merkt man, dass „Reign In Blood" eines der Lieblingsalben der Truppe ist – wie Gitarrist und Sänger Gerson Horror im Booklet als Auskunft gibt. Wütend rumpeln die Burschen drauf los, als ob sie in einer Zeitmaschine fünfundzwanzig Jahre zurück gereist wären. Das simple Rocken von „A Friend To Lucifer" erinnert mich rhythmisch oftmals stark an SODOMs „Ausgebombt", so dass ein weiterer Bezug zu alten Thrash-Helden hergestellt wäre.
„I Serve Satan" und „The End (Of Our Life)" sind jeweils mit maximal zwei Minuten die kürzesten Salven, die von den Brasilianern abgefeuert werden. Trotz der kurzen Spielzeit bleibt immer noch Zeit für flotte, schräge Soli, die der Tradition in nichts nachstehen.
Ein plakativer Chorus wie „Motherfucker Church, Church of Motherfuckers" bringt zwar die Attitüde auf den Punkt, kommt aber in seiner Einfachheit fast ein bisschen albern rüber.
Immer wieder werden räudige Kanonaden dreckiger Mucke auf die Lauscher geschossen, während nur selten der gemütliche Groove-Gang eingeschaltet wird. Halluzinierend erscheint ein Kuttenträger, welcher mit fettigen, langen Haaren im Ausfallschritt im Matsch steht und die Halswirbel einer Schleuderkur unterzieht.
Viel mehr kann man eigentlich nicht zu SOUNDER sagen. Der Sound hat sich vom letzten Album zu diesem etwas verändert. Die fast black-metal-artig sägenden Gitarren von „Hell Hymns" wandelten sich zu eher erdig, rohen Sechssaitern und die Drums hatten beim ersten Mal ein bisschen mehr Druck auf dem Fell, auch wenn jetzt die Abstimmung etwas besser gelungen ist. Außer minimalen Veränderungen gibt es also nicht viel Neues. Sondern viel altes, und das nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Einfach Thrash.