Deuteronomium - Deathbed Poetry: Hope against Hope

Deuteronomium - Deathbed Poetry Hope Against Hope

Stil (Spielzeit): Death / Thrash Metal (48:08)
Label/Vertrieb (VÖ): Bullroser Records (31.08.11)
Bewertung: 7 /10

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DEUTERONOMIUM sind eine aus Finnland stammende vierköpfige Band und bei „Deathbed Poetry" handelt es sich um ein Konzeptalbum. Interessant ist, dass es nicht von irgendwelche finnischen Sagen oder Mythen handelt, sondern auf Inspirationen aus dem Buch „Devotions Upon Emergent Occasions" basiert, welches vom englischen Priester John Donne (1572-1631) geschrieben wurde. Und zwar während dieser, von den Ärzten aufgegeben und geringe verbleibende Lebenszeit in Aussicht gestellt, Tag für Tag seinem Tod ein Stückchen näher kam.

Alle Texte wurden von Manu Lethinen, dem Bassisten der Band geschrieben, eigentlich eher ungewöhnlich. Die Buchvorlage war eine gute Idee, denn auch die Lyrics sind es durchaus wert gelesen zu werden. Das hier keine gute Laune Platte folgt ist klar, aber ich kann schon vorausschicken: Am Totenbett ist richtig was los! Die Platte hat durchgehend Drive und simuliert den Todeskampf perfekt. Das Tempo wird bestimmt von Blastbeats, Thrash und Death Metal Riffs, einem donnernden Bass und brutalem Gesang im mittleren und auch teilweisen im tiefen Bereich, besonders gut gefällt mir das typisch finnisch gerollte „R". Und DEUTERONOMIUM vertonen die verschiedenen Stationen des Leidens bis hin zum Tod als Erlösung sehr differenziert: Verzweiflung wechselt sich ab mit Wut, Aggression und Hoffnung.

Die vier, Mikka Partala, Manu Lehntinen, Kalle Paju und J.J. Kontoniemi, fahren noch einige Gimmicks wie Mönchsgesang, Shoutchöre, teilweise typisch finnische Riffs; Glockenläuten und imaginäre Fieberwahnstimmen „Why? Why? Why?" auf. Das hält die Platte abwechslungsreicher und „lebendiger" (lustiges Wortspiel). Man merkt der Band deutlich die Erfahrung im Arrangement der Songs an, ebenso wie die den Hang zur Perfektion. Ohne „Deathbed Poetry" kalt wirken zu lassen, scheint jeder Taktwechsel perfekt gesetzt und jedes atmosphärische Element genau überlegt zu sein.

DEUTERONOMIUM liefern eine gute solide Scheibe, die Spaß macht, auch auf Dauer nicht langweilt und mit „Divine Councel" sogar einen massentauglichen Hit bereit hält (der leider ein langweiles „Ich werde einfach leise-Ende" hat). Offene Geister werden sicher Spaß am vertonten Totentanz haben.

Trackliste:
1. Solitude
2. Seven Critical Days
3. Being Human
4. Surgite Mortui
5. How Deep Must We Dig
6. Alive, Immortal
7. Soul Sickness
8. Gravebed
9. Sun And Moon
10. Arcanum Serpens
11. Divine Councel
12. The Bells Are Ringing

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