Holy Moses - 30th Anniversary: In The Power Of Now (Doppel-CD)

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Stil (Spielzeit): Thrash Metal (85:37)
Label/Vertrieb: Steamhammer/SPV (20.04.2012)
Bewertung: Keine Bewertung

HOLY MOSES feiern 30. Geburtstag! Na gut, ein bisschen wird hier geschummelt, denn es wird nicht das Gründungsjahr gefeiert, sondern der Einstieg von Sabina Classen als Frontschreierin – also 1982. Die Pause der Band von 1994 bis 2001, als sich Classen ihrem Projekt TEMPLE OF THE ABSURD widmete, wird großzügig mitgezählt. Aber was soll's, Fakt ist, dass HOLY MOSES schon seit einer halben Ewigkeit bestehen und ihr Jubiläum nun mit einer Doppel-CD namens "30th Anniversary: In The Power Of Now" feiern.

Auch, wenn sie ein wichtiger Bestandteil der deutschen Thrash Metal-Szene waren, standen HOLY MOSES für mich immer im Schatten der erfolgreicheren Combos KREATOR, DESTRUCTION und SODOM. Ich weiß nicht genau, woran ich es festmachen soll, aber ich hatte im Gegensatz zu den anderen deutschen Thrash-Größen nie den Drang, mich mehr mit der Vergangenheit von HOLY MOSES zu beschäftigen. Im Gegenzug fand ich das letzte Studioalbum "Agony Of Death" richtig gut, das sich für meine Begriffe allerdings stilistisch doch etwas von den Klassikern der Bandgeschichte abhebt. Wie dem auch sei: Auf "30th Anniversary: In The Power Of Now" versammeln HOLY MOSES, die über die Jahre von zig Lineupwechseln geprägt waren, insgesamt 20 Songs ihrer Karriere, die sie komplett neu eingespielt haben, plus zwei brandneue Songs. Apropos Lineup-Wechsel: Drummer Gerd Lücking feiert auf dieser Doppel-CD sein Debüt, während Gitarrist Michael Hankel vor Kurzem ausgestiegen und durch Peter Geltat ersetzt worden ist, den man bei den Neueinspielungen aber noch nicht hört. Und so holzen sich HOLY MOSES, angeführt von Fronterin Classen (die mittlerweile fast nur noch growlt), durch Tracks wie "Clash My Soul", "SSP", "Walpurgisnight", "Reborn Dogs", "DefCon II", "Master Of Disaster" usw., und feiern ihren Geburtstag mit Neueinspielungen der alten Klassiker. "Aufpoliert" kann man den Sound vielleicht nicht gerade nennen, da er nach wie vor ziemlich räudig und roh aus den Boxen trieft. Eine Steigerung vor allem im Vergleich zu den ersten Outputs dürfte der Klang aber definitiv sein. An der Auswahl der Tracks werden sich die Geister scheiden, das ist bei Best Ofs aber immer so. Die beiden neuen Songs, "Borderland" (guter Refrain) und das deathige "Entering The Now", fügen sich nahtlos ein, stechen aber auch nicht besonders hervor.

HOLY MOSES-Fans können sich über Neueinspielungen vieler Songs vor "Agony Of Death" freuen und werden sicher gerne zu "30th Anniversary: In The Power Of Now" greifen. Wer noch gar nix von den alteingesessenen Thrashern kennt, kann sich anhand der Best Of einen guten Überblick verschaffen. Ob man das HOLY MOSES-Material unbedingt kennen muss, steht auf einem anderen Blatt.