The Chasm - The Spell Of Retribution

Review



Label/Vertrieb: Wicked World

Bewertung: Schöner Old-School Black-Thrash

Drei nicht ganz Blutjunge Mexikaner von The Chasm beschwören den Thrash/Black-Metal der 80er herauf und verrichten mit „The Spell Of Retribution“ (Wicked World) ein bitterböses Werk in Sachen „Heavy Metal of Death“, wie es die drei Freaks selber nennen.
Der Bezug der Platteninfo zu ebenso alteingesessenen als auch kultigen Bands wie Slayer, Possessed, Kreator, alte Judas Priest und Bathory ist ganz bestimmt nicht verkehrt. Hinzuzufügen wären noch Venom, Celtic Frost und bei einem Song wie „Manifest My Intervention“ auf jeden Fall Dissection – The Chasm ziehen halt ihre Lehren aus der alten Schule. Mir gefällt’s! Und das obwohl ich nicht unbedingt der eingefleischteste Anhänger von Retro-Sounds bin. Aber erstens wirkt das bei den drei Wahl-Amerikanern nicht aufgesetzt und zweitens gibt es da zwei Faktoren, die dieses Album zeitlos machen: Technik und Atmosphäre. Zwar wird auch hier gnadenlos nach vorne geprescht – nachzuhören bei „The Omnipotent Codex“ oder „Fortress“ (Frühachtziger Teutonen-Thrash!) – aber The Chasm geben sich durchgehend die Mühe, dem Hörer durch komplexes (Mörder-)Riffing die Gelegenheit zum Eintauchen und Vertiefen zu geben. Bei 10 Songs in 66 Minuten ist das auch nötig. Hier kommt der zweite Faktor zum Zuge. Die Tracks sind teilweise episch lang, mal mit weitschweifenden Solis versetzt („Conquerer & Warlord“) oder durch progressive Arrangements aufgewertet („„The Retribution Of The lost Years“. Hinzu kommt, dass Black Metal der unverbrauchten Sorte „The Spelling Of Retribution“ seinen morbiden, mystischen Stempel aufdrückt. Eine hervorragende Mischung mit tollen old-school-in-your-face-Attacken!

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