Path Of Golconda – Return Tipp



Stil (Spielzeit): Melodic Death/Thrash Metal (46:50)
Label/Vertrieb (VÖ): Yonah Rec./Alive (13.11.09)
Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.pathofgolconda.com
http://www.myspace.com/pathofgolconda

Vor knapp zehn Jahren braute sich im Ruhrpott etwas übles zusammen. Eine Bande Langhaariger latschte auf dem Weg einer Festungsstadt in dem gleichnamigen Sultanat Golkonda in Indien. Warum dieser Name gewählt wurde, ist mir nicht bekannt, jedoch dass „Return" als dritte Scheibe ein Konzeptalbum darstellt, das endlich unter den Fittichen eines Labels vertrieben werden kann.

Am Anfang geht es gleich zurück – dieses blöde Wortspiel mit dem Titeltrack als Anfang konnte ich mir gerade nicht verkneifen. Obwohl die Jungs nach einem gemütlichen, groovigen Einstieg eher geradeaus fahren, und das teilweise auf der linken Spur mit gesetztem Blinker. Schon der erste Song kombiniert rüde Thrash-Attacken mit schön skandinavisch angehauchten Todesmelodien in einem dreckigen Sound, der Lust auf mehr macht.
Gut, dass in Nummer zwei das Gaspedal gleich runtergedrückt wird, so dass keine Zweifel aufkommen, was hier bezweckt ist. In größeren Menschenansammlungen zwingt einen das Geballer fast seinen Gegenüber anzurempeln, und falls dieser keine Lust auf moshen hat, zuckt die Genicksmuskulatur automatisch. Doch zwischendurch wird ein ruhiges, melancholisches Solo dargeboten, dass man sich in den Hüften wiegen könnte, verträumt oder betrunken vor sich hin starrt, um sofort wieder zum gepflegten Abrocken zu wechseln.

Dass bei brutaler Musik nicht immer alles schnell gehen muss beweist Track Nummer vier, der manch schwermütige Gitarrenlinie zum Vorschein bringt. Dazu wird mal trübsinnig gerockt, ein bisschen gehämmert, aber auch eine Verschnaufpause eingelegt, so dass auch in Stücken um die sieben Minuten es nicht langweilig wird. Wobei dann in der Mitte das obligatorische kurze Akustikzwischenspiel – auch hier hinterlegt mit Gewitter und Angstgeschrei – nicht wahnsinnig innovativ ist, aber auch nicht wirklich störend.
Vor allem deshalb, weil sofort wieder die Keule ausgepackt wird, um mitten auf den Schädel niederzusausen. Dieses wird auch zu Beginn des längsten und vorletzten Songs „Iconoclast" praktiziert, so dass ich mich frage, ob man das so lange durchhalten kann. Aber natürlich gibt es auch hier einen Part, der das Tempo herausnimmt und mit rauem, fast gesprochenen Vocals wie ein düsteres Märchen klingt. Der hymnisch dunkle Abschluss lässt einen dann zufrieden ins Bett gehen und in den nächsten Alptraum stolpern.

„Return" von PATH OF GOLCONDA vereint ein paar Hartwurst-Inkredienzien, die eine leckere Mischung ergeben. Die Schwermut von DISBELIEF oder INSOMNIUM, melodisches Todesblei wie bei den deutschen BURDEN OF GRIEF oder auch diversen nordischen Bands wird mit kleine Schmankerln aus der Thrashecke angerührt und fertig. Glücklicherweise hat schließlich noch Andy Classen im Studio Hand angelegt, so dass ein hübsch ruppiges und melodisches, brutales und düsteres Scheibchen entstanden ist. Zur internationalen Spitze fehlen vielleicht noch ein paar Leitersprossen, aber bis dahin empfehle ich, sich „Return" einzulegen und ein Bier darauf bzw. dazu zu trinken.

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