Verdict – Assassin : Nation



Stil (Spielzeit): Death/Thrash Metal (43:07)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenregie (Oktober 2009)
Bewertung: 7/10

Link: http://www.verdict.de
http://www.myspace.com/verdictthrashmetal
 

Schon seit Anfang der Neunziger fahren VERDICT ihren Schaufelradbagger durch die Lande, der mit melodischem Tech-Death um sich schmiss. Da nun die Mitarbeiter oftmals ausgewechselt wurden, hämmert nun eher ein Panzer mit Thrash-Tarndecke über die Piste. Durch die ständigen Belegschafts-Veränderungen ergießt sich dieses Jahr auch erst die dritte Scheibe voll Lärm über den Hörerschädel, da auch meist alles im Alleingang geschafft werden musste. Komischerweise bekam nur das zweite Album Hilfestellung von einem Label.

Wie sich das für kompromisslosen Thrash gehört, setzen einfach alle ein und rumpeln los. Räudige Gitarren brettern über die Landstraße während ruppige Vocals den Lauschern die Meinung geigen, auch wenn dies an manchen Stellen mit ein wenig mehr Pfeffer im Hintern geschehen könnte.
Wie in „Root Of Unrest" werden neben hartem Geschrubbe gerne auch harmonische Leads darüber gelegt, so dass zeitweise die Aggressivität beiseite weicht. Mit rhythmischer Abwechslung wird auch nicht gegeizt, obwohl es dadurch trotzdem nicht zu komplex und unverständlich wird. Diverse Wechsel sind auch dringend nötig, da die Hälfte der acht Songs die Sechs-Minuten-Marke mehr oder weniger deutlich überschreitet. In „The Creed" wird für meine Begriffe das Anfangsriff etwas zu intensiv ausgereizt, auch wenn durch das Drehen am Temporegler wieder etwas Variation geboten wird. Bei „Taking Lives" kommen mir bei den prägnanten Leads mit schweren Grooves im Hintergrund AMON AMARTH in den Sinn, wobei sonstige Ähnlichkeiten eher mit DESTRUCTION oder LEGION OF THE DAMNED zu tun haben, mit denen VERDICT auch schon die Bühne teilten.

VERDICT stellen auf ihrem dritten Auswurf eine deftige Mischung aus nackenbrechendem Bretter-Prügel-Kommando, schweren, schrägen Grooves und ein paar wohlklingenden Melodien zusammen. Leider sticht keiner der Songs so richtig heraus und die Länge einzelner Stücke ist etwas gewagt, doch kriegen die Burschen es meist hin, dass keine Langeweile aufkommt. Der bisherige Stil von technischem Melo-Death ist in den Hintergrund getreten, doch der deutsche Fünfer zeigt, dass man auch im Thrash in den Landen von DEW-SCENTED und DESTRUCTION einiges zu bieten hat. Und das ist – wie es sein soll – ein langer, kräftiger Tritt in den Allerwertesten. Auch wenn vielleicht noch kein internationaler Hit entstanden ist, finde ich – wie schon erwähnt – die Labellosigkeit komisch.

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