Bazöoka – Toxic Warriors



Stil (Spielzeit): Oldschool Thrash Metal (36:42)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Inquisition Rec. (November 2009)
Bewertung: 6,5/10

Link: http://www.myspace.com/bazookacrossover
 

Ich vermute jetzt einmal ganz frech, dass es in der taiwanesischen Landessprache kein „ö" gibt. Jawohl, die Kanonenband hier kommt aus Taiwan und hat vor einer Hand voll Jahren beschlossen, es ordentlich krachen zu lassen. Dabei ist nun das Debütalbum entstanden, welches gleich unter den Fittichen eines Labels in der Welt verteilt wird.

Kein großes Tamtam, kein Jodeldihü, sondern einfach nur ratternde Gitarren, so fängt „Toxic Warriors" an – und so hört es auch auf. Okay, ein bisschen Kriegsgeballer ist ganz am Schluss auch noch dabei.
Nach dem CD-Einlegen sollte der Hörer seine speckige Kutte zu seinen Röhrenjeans anlegen, die Dose Bier aus dem Kühlschrank holen und sich in Stellung bringen. Der taiwanesische Vierer bringt alles mit, was ein uriger Metaller so braucht. Von den Patronengurten abgesehen, die man auf einem Konzertfoto begutachten kann, ist die Musik kompromisslos oldschool. Da gibt es kein technisches Gefrickel, die Soundproduktion drückt einen nicht mit irgendeinem Subbass gegen die Wand und kein Keyboard verwebt mit klebrigen Harmonien den Hintergrund.
Es gibt nur eins, nämlich meist im Speed-Tempo gezockter Thrash. Das höllische Gekreische hat für meinen Geschmack teilweise etwas zu viel Hall und fühlt sich manchmal an, als ob der Sänger an der Tür zum Hinterzimmer steht, aber passend zu der rotzigen Attitüde ist es allemal. Das dreckige Axt-Geschredder hat nicht den Anspruch, vielschichtig die Hirnwindungen zu verwirren. Vielmehr soll die teuflisch-rockige Giftkriegsarmee einem einfach nur den Allerwertesten versohlen, beziehungsweise das Ohrläppchen zum Bluten bringen. Und dafür muss man nicht viel Wert auf Ästhetik legen, sondern lediglich einmal ausholen und kräftig zuschlagen – mit dem Plektron oder dem Drumstick zum Beispiel.

Wer jetzt noch erwartet, etwas nie dagewesenes oder gemütlich melodisches zu Gehör zu bekommen, der hat sich neben die Kloschüssel gesetzt – denn selbst Soli sind hier sehr rar gesät. Wer sich aber schon einmal mit alter 80er-Mucke auseinandergesetzt hat, ob diese nun von SLAYER, KREATOR oder OVERKILL kommt, wird hier bestimmt Gefallen daran finden. Denn BAZÖOKA servieren Hausmannskost der ursprünglichen Art. Für mich persönlich hätte es noch wenigstens einen Tick mehr Abwechslung schmackhafter gemacht, aber ein Liebhaber der guten alten Zeiten hätte wahrscheinlich auch einen Punkt mehr gegeben. Ich lasse als Abschluss die Band sich selbst kommentieren mit einem Zitat aus den Lyrics:
„Raw Noise Attack, Fuck You!" Noch Fragen?

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