Diabolic Force – March To Calvary



Stil (Spielzeit): Old School Thrash Metal (44:42)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Inquisition (13.11.09)
Bewertung: 6,5/10

Link: http://www.myspace.com/diabolicforce666
 

Immer wieder gibt es Neuigkeiten aus Südamerika. Dieses Mal erreichen uns aus Brasilien DIABOLIC FORCE, die bei dem deutschen Label „Metal Inquisition" untergekommen sind – wie so manch andere bisher unbekanntere Band. Da dies das erste Scheibchen ist und die Welt noch nicht erobert ist, kann man eine limitierte Anzahl des Silberlings nur online erwerben.

Fast als ob es Rock 'n' Roll sein sollte – so startet der Opener. Dann zieht man sich die schwarze Spandexhose an, die Jeanskutte darüber und schwingt das Haar. Dreckig dahingerotztes Geschrei, blubbernde Drums und roh sägende Gitarren – was braucht man mehr, um sich an die wilden Achtziger zu erinnern.
In „Start The Armageddon" drosseln die Jungs das Tempo, dass ordentlich die Hüfte geschwungen wird. Währenddessen könnte „Bastard Stealer" mit seinen abgehackten Vocals das brasilianische Pendant zu SODOMs „Ausgebombt" sein. Der südländische Dreier verbrät nicht allzu viele Riffs, die Soli sind schräges Geratter aus dem Proberaum und alles wirkt eben evil.
Der Abschlusstitel und gleichzeitig Titeltrack zieht sich über knapp achteinhalb Minuten hin und entfaltet nicht ganz so gut die Wirkung wie der knapp zweiminütige Vorgängersong „Erection, Ejaculation, Exibicionism". Andererseits spielt es kaum eine Rolle, da alles relativ einfach strukturiert ohne große Umschweife nur einen kräftigen Arschtritt austeilen soll.
DIABOLIC FORCE waren vor dreißig Jahren wahrscheinlich noch zu jung, um in der aufstrebenden schnellen, harten Szene mitmischen zu können. Dafür hat solch altes Gerumpel bis heute nicht seinen Charme verloren; und die Burschen zocken ihren Stoff locker und unterhaltsam herunter. Ein paar Abschnitte sind mir doch zu ähnlich, selbst wenn Vielfältigkeit hier sowieso klein geschrieben werden muss. Daher muss man diese Scheibe nicht in den Thrash-Himmel verschieben, aber wer Spaß an alter Röhren-Mucke hat, kann bei den Jungs ruhig zulangen – und kriegt dann musikalisch eine gelangt.

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