Five Finger Death Punch - The Way Of The Fist


Stil (Spielzeit): Alt.Rock / Alt. Metal / MetalCore (45:47)
Label/Vertrieb (VÖ): Spinefarm / Hellfest / Universal (23.01.09)
Bewertung: 6,5 / 10
Link(s) : http://www.fivefingerdeathpunch.com

Irgendwie machen es einem diese fünf Amis relativ einfach, sie erstmal dämlich zu finden: schaut man sich das Booklet und Texte an, hat das ganze Ding einen ziemlich starken Redneck/Tough Guy-Touch, und es gibt auch jede Menge Momente, in denen man das auch der Musik anhört. Aber mit neutralen Augen betrachtet sind die Jungs gar nicht so übel.

Zumindest musikalisch muss man ihnen Können attestieren, denn auch wenn man sich über die Musik streiten kann, bringen sie sie doch ziemlich überzeugend rüber. MetalCore mit dicken Chartsambitionen und einer Priese NuMetal würde ich das mal nennen. Die Refrains klingen stark nach der Zeit des NuMetals und des dicken Alt.Rock Ende der 90iger und Anfang des neuen Jahrtausends. Aber glücklicherweise passen die Strophen da nicht ganz so zu den tieftönenden Untaten dieser Ära. Hier wird nämlich gerifft und nicht nur stumpf auf ein, zwei Noten herumgeritten. Natürlich gibt es auch die obligatorischen Moshparts, da aber die Produktion (für die die Band Großteils selbst verantwortlich ist) nicht so über-fett klingt wie im MetalCore üblich, klingen sie eben auch wieder etwas anders.

Ich habe lange überlegt, wie viele Punkte ich hier vergebe, da die Platte alle paar Songs einen anderen Eindruck bei mir hinterlässt. Denn grade als ich ihnen ihr starres Korsett im Songwriting vorwerfen wollte – rifflastige, schnelle Strophen (mit teilweise echt guter Gitarrenarbeit) wechseln sich auf der ersten Hälfte fast immer berechnend mit Midtempo-Refrains und cleanem Gesang ab – ändern sie ihr Konzept und brechen ihre eigenen Strukturen auf. So ist die zweite Hälfte des Debüts ziemlich wichtig für den Gesamteindruck von „The Way Of The Fist“ – ohne sie wären FFDP ziemlich eintönig.

Mir persönlich ist das Ganze zu dick aufgetragen und etwas zu prollig geraten, aber das ist ja erstmal mein Problem. Wer in den 90igern sein Mekka im Alternativen Metal hatte (die Stimme ist aber auch echt gut – kann ich nicht anders sagen…) und der poppigen Seite von MetalCore etwas abgewinnen kann, ist hier vermutlich ganz gut beraten. Bei den Amis gehen die Jungs aus LA vermutlich gut ab – würde zumindest ganz gut passen. Ob hier der Bedarf an dieser Tanzflächen-Musik so groß ist, wird sich noch zeigen müssen.