Epia - Landunter EP


epia

Stil (Spielzeit): Screamo/Emo/Indie (17:24)
Label/Vertrieb (VÖ): DIY (2011)
Bewertung:
knappe 6/ 10

Link: MySpace
Im letzten Jahr legten EPIA eine EP vor, die sie zwischen Screamo und Indie zeigte, Kinderkrankheiten aufwies und manchmal etwas zerfahren wirkte. Dennoch wussten sie mit dem Silberling, auf sich aufmerksam zu machen. Mit „Landunter" kommt jetzt die nächste EP und zeigt die Band in einigen Punkten gewachsen.

Leider aber nach wie vor nicht in einem der wichtigsten: der Cleangesang ist nach wie vor schief. Und absolut emo – und das eben nicht in einem positiven Sinne. Schade, denn damit verbauen sich die Aachener leider eine höhere Punktewertung. Denn so sehr mir auch das Songwriting auf „Landunter" gefällt – es kommt nicht gegen den Störfaktor Klargesang an...

Dafür ist die Band in ihrem Sound aber etwas stringenter geworden: Screamo und Posthardcore sind jetzt ganz klar im Vordergrund und der Indie-Faktor ist etwas zurückgewichen. Zwar gibt es weniger Überraschungen in den Songs als auf der letzen EP, dafür passt das Songwriting jetzt einfach besser. Nach wie vor erinnern sie mich ein wenig LONGING FOR TOMORROW, machen aber vielleicht etwas mehr auf Metalcore als LFT (die aber auch von der Klasse her noch mal eine ganze Liga über ihnen spielen).

Die deutschen Texte finde ich gut, wenn sich auch manchmal etwas sehr bedeutungsschwanger klingen sollen. Bei einem Thees Uhlmann klänge sowas einfach besser, als bei dieser Emo-Stimme. Und wenn dann noch Texte so seltsam gesungen werden („Gib – mir – noch – so ein Bier!") wird es heikel. Zusätzlich klingen die Crewvocals sehr, sehr kalt auf die Produktion drauf geklatscht und verbessern die Situation damit leider nicht.

Jetzt habe ich ganz schön viel gemeckert, obwohl ich die vier Bengels eigentlich viel lieber loben würde: zwischen LFT, MIKROKOSMOS 23 und CAPTAIN PLANET auf Screamo ist nämlich noch einiges an Platz! Das Songwriting ist gut, die Dynamik in den Songs gefällt mir und manche Parts taugen wirklich was, um die Faust in die Luft zu reißen. Jetzt kriegt das endlich mit dem Gesang hin und legt was wirklich Gutes ab! Denn das Gejaule bei „Mauersegler" hätte auch ohne weiteres einen echt großen Punkabzug mit sich führen können, (was es beim nächsten Mal auch definitv würde...)