Future Of The Left - The Plot Against Common Sense

future of the left plot against common Sense

Stil (Spielzeit): Noise/Rock/Alternative (49:31)
Label/Vertrieb (VÖ): Xtra Mile/Soulfood (15.06.00)
Bewertung: 5,5/10

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Wenn eine Band aus einem britischen Telekommunikations-Skandal (Stichwort: News International) ein Broadway-Musical basteln will, das Budget aber zu eng ist, kommt so etwas wie "The Plot Against Common Sense" heraus. Aus Hunderten von Songideen haben FUTURE OF THE LEFT letztendlich 15 Tracks ausgewählt, die auf dieser Scheibe zu finden sind. Sie am Stück anzuhören ist nicht ganz einfach, manchmal lohnt sich die Mühe aber.

Es gibt vieles was auf "The Plot Against Common Sense" beim ersten Hören nervt. Die Vocals von Andy Falkous, der gleichzeitig auch Gitarre und Keyboards spielt, als "gewöhnungsbedürftig" zu bezeichnen, ist eine ziemliche Untertreibung. Gegen ihn ist selbst ein aus dem letzten Loch pfeifender Dexter Holland der reinste Operngott. Entweder kommt man damit klar oder muss es von vorneherein sein lassen. Die vielen Stilbrüche und kruden Ideen, die sich in dem Moise/Punk/Rock-Mix der Waliser finden, machen es dem Hörer nicht viel leichter. Aber der wird eh wissen, was er sich von der zum Quartett angewachsenen Band aus Cardiff erhoffen kann. Schließlich ist nicht alles krachig, dissonant und abgepfiffen, was auf "The Plot Against Common Sense" (übrigens hübsch aufgemacht mit Hochglanz-Case und schwarzer CD) zu hören ist. "City Of Exploded Children" ist mit Marschtrommeln und mehrstimmigem, an Prog-Größen erinnerndem Gesang interessant, eingängig und überraschend, "Beneath The Waves" nach dem Beginn mit dröhnendem Bass und Drums ein melancholischer Rocker, "Goals In Motion" mit eingängigen Gitarrenharmonien und Pop-Punk-Spirit versehen, "Polymers Are Forever" eindringlich. Daneben gibt's aber auch Songs wie das völlig übersteuerte und krachige "Sheena Is A T-Shirt Salesman", "Cosmo's Ladder", das mir mit seinem klebrigen Keyboard Schauer über den Rücken laufen lässt (und die sind alles andere als wohlig!), den anstrengenden Start-Stopper "Robocop 4 – Fuck Off Robocop" und "Failed Olympic Bid", dessen Feedback-Fieporgie einem ganz schnell auf den Wecker gehen kann.

Wer auf Musik steht, die absolut nichts mit Mainstream und Easy Listening zu tun hat, könnte mit dieser Scheibe glücklich werden. Alle anderen sollten einen ganz großen Bogen um FUTURE OF THE LEFT machen.