Children Of Bodom - Holiday At Lake Bodom (15 Years Of Wasted Youth)

children of bodom holiday at lake bodom

Stil/Spielzeit: Melodic Death/Black/Thrash Metal (78:31)
Label/Vertrieb (VÖ): Spinefarm/Universal (18.05.2012)
Bewertung: Keine Bewertung

cobhc.com

1997 war es, als CHILDREN OF BODOM "Something Wild" veröffentlichten und den Grundstein für ihre erfolgreiche Karriere legten. Album für Album mauserte sich die Truppe mit ihrer wilden Mixtur aus Melodic Death, Black, Power und Thrash Metal zu einem der wichtigsten Metalexporte Finnlands. Zum 15. Geburtstag blicken Alexi Laiho und seine Band auf ihr Schaffen zurück und kredenzen uns die Compilation "Holiday At Lake Bodom (15 Years Of Wasted Youth)", die mit 20 Songs und mehr als 78 Minuten Musik vollgepackt ist.

Neben 18 Tracks, die vom Debüt bis zur letzten Veröffentlichung "Relentless Reckless Forever" reichen, haben CHILDREN OF BODOM auch zwei neue Songs auf die Compilation gepackt. Dabei frönen die Finnen einmal mehr ihrer Vorliebe für Coverversionen, deren Auswahl oft grenzwertig ist (ich erinnere nur an "Ooops, I Did It Again"). Sind die DROPKICK MURPHYS, deren "Shipping Out To Boston" die Kinder Bodoms als richtig schmissigen COB-Hit interpretieren, noch eine Rockband, wagen sich die Finnen nach Britney Spears nun an einen Rick Springfield-Song. "Jessie's Girl" fällt in die Kategorie "Liebt man sehr oder hasst man abgrundtief" und ist je nach Stimmung ein für fette Grinser sorgender Partyhit oder ein furchtbar poppiger Totalausfall. Selbst, wenn sie das Nachspielen vor allem genrefremder Songs beherrschen wie keine zweite Extrem Metal-Truppe, legen CHILDREN OF BODOM das Augenmerk in ltzter Zeit allerdings ein bisschen zu sehr auf Coverversionen. Mit B-Seiten und der Cover-CD "Skeletons In The Closet" gibt es reichlich nachgespielte Songs, die aber zugegeben zum Großteil viel Spaß machen.

Neben den zwei Coverversionen gibt es auf "Holiday At Lake Bodom" nichts Neues, dafür eine ganze Reihe an Klassikern und Songs jüngeren Datums zu hören. Die Songaufteilung ist wie folgt: Einer von "Something Wild" und "Blooddrunk", zwei von "Relentless Reckless Forever", je drei von "Hatebreeder" und "Follow The Reaper" sowie je vier von "Hate Crew Deathroll" und "Are You Dead Yet?" . Macht neben den beiden Coverversionen insgesamt 18 Tracks als Rückblick, über den man vortrefflich streiten kann. Nur eine Nummer von "Blooddrunk" ist in meinen Augen viel zu wenig (wo bitte ist "Banished From Heaven"?), manch einer wird sich über das Fehlen weiterer Songs vom Debüt beschweren, aber an die Trackliste einer Best Of hat eh jeder Hörer andere Erwartungen. Egal, denn was CHILDREN OF BODOM bisher in ihrer Karriere abgeliefert haben, ist einfach beeindruckend. Von den noch etwas dünn, aber nach wie vor frisch und spritzig klingenden Klassikern wie "Deadnight Warrior" und "Downfall" über das hochmelodische "Everytime I Die" (immer noch einer meiner drei Lieblings-BODOM-Nummern), das fette "Sixpounder" und das thrashige "Needled 24/7" bis hin zu fett produzierten Nummern wie "Living Dead Beat", "Blooddrunk" und "Shovel Knockout" wird jede Facette des COB-Sounds abgedeckt und dem Hörer bewusst vor Augen gehalten, dass die Finnen bisher nie ein Album von schlechter Qualität abgeliefert und seit 15 Jahren ihren ureigenen, schwer einzuordnenden, aber geilen Sound haben.

Die mir nicht vorliegende Bonus DVD soll den noch unveröffentlichten Videoclip zu "Shovel Knockout" und eine halbstündige Doku beinhalten. Da ich mit solchem Kram meist eh nichts anfangen kann, würd es für mich auch nicht als Kaufanreiz durchgehen. Trotz der durchgehenden Qualität von "Holiday At Lake Bodom" ist diese Compilation in meinen Augen nur etwas für Neueinsteiger, die sich mit dem Material der Band vertraut machen wollen, und absolute Hardcore-Fans, die auf keine Veröffentlichung ihrer Lieblinge verzichten wollen. Alle anderen müssen überlegen, ob ihnen die beiden Coversongs, von denen zumindest "Shipping Out To Boston" hörenswert ist, der Kauf wert ist. Eine Alternative wäre der digitale Download der beiden Coversongs.

Happy Birthday, CHILDREN OF BODOM – auf die nächsten 15 Jahre!