Inmate - Free At Last Tipp

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Stil (Spielzeit): Melodic Death Metal (50:01)
Label/Vertrieb (VÖ): Ohne Label / Graviton Music Service (24.05.12)
Bewertung: 9/10

http://www.inmate-band.com/

INMATE (engl: Insasse) scheinen ein einziges Konzept zu sein, hier passt alles zusammen. Vom Namen der Band und ihrem hervorragenden Debüt bis hin zu den Lyrics.
INMATE standen bereits für DARK TRANQUILLITY und NEAERA als Support auf der Bühne.

Mit „Free At Last" werfen die Newcomer aus Slowenien ein starkes Debüt in den Ring. Musikalisch spielen INMATE soliden Melodeath mit göteborgschen Einflüssen, die Screams werden von clean Vocals untermalt und ergänzen sich prima.

Das Album ist in vier Phasen unterteilt und beschreibt den Weg einer Revolution, die Lyrics strotzen vor mächtiger Worte, die Refrains sind überwiegend hymnisch. Die kraftvollen Titel werden durch verspielte Soli aufgelockert, wodurch eine gewisse Leichtigkeit in die Songsl einfließt. Die Melodieabläufe erinnern stellenweise an IN FLAMES, wobei INMATE dank kräftiger Vocals und schwerer Riffs genügend Eigeninitiative einbringen können.

Phase eins: Crossroad – Das System steht am Scheideweg, doch geht man einen neuen Weg oder beharrt auf seinem Standpunkt? Die erste Phase ermutigt, einen neuen Weg zu gehen, den richtigen, was in den ersten beiden Titeln gut zur Geltung kommt und in „Overcome" mit Textzeilen wie „Come On! Come On! This Is Not The End. Rise Up! You Have To Fight" den größten Zuspruch findet. Im anschließenden "Healing" taut auch der Drummer auf und der Bass hämmert ordentlich, während weiter Zweifel an der derzeitigen Situation geschürt werden: „Don't pretend everything is still all right, Look at life as you were blind".

Phase zwei: Resistance – Die Stimmen werden lauter: Steh auf, bekämpfe deine Angst und befreie dich selbst! Der Funke wird zum lodernden Feuer. Mit „Fire, Walk With Me" beginnt die zweite Phase, man könne den Widerstand bekämpfen, aber nicht besiegen. Als Schmankerl wird hier die Rede von Charlie Chaplin aus „The Great Dictator" eingespielt. Der anschließende Titel „Angels" ist meiner Meinung nach der stärkste der Platte und überzeugt erneut durch großartige Lyrics, mächtige Riffs und einen wunderschön hymnischen Refrain.

Phase drei: Liberation – Du bist frei, wirst dir nun deiner eigenen Mauern bewusst. „Promises" läutet die dritte Phase ein und beginnt mit einem etwas bedrückenden Intro, um anschließend zum Rundumschlag auszuholen, die Meute erneut anzuheizen und im folgenden „Victorious" den Sieg zu verkünden: „This evil kings will fall." Um schließlich „Free At Last" zu sein, der Titel dient als Abschluss des Widerstandes und besteht aus einem kurzen, wunderschönen akustischen Spiel, wie ich es seit "Jester Race" nicht mehr hörte.

Phase vier: New Path – Nun finde deinen eigenen Weg und hilf denen, die noch ihren Weg suchen. Schlussendlich frei und doch sucht man nach Vorgaben und Anweisungen. „Inexorable Path" besticht durch die Textzeilen „Direction is what we have to seek" und „You will find your way", begleitet von heulenden Riffs und hämmernden Drums. Während in „Lost In Words" der Kampf mit sich selbst und seinen Sorgen thematisiert wird, findet man in „Out Of The Darkness" schließlich den Weg aus seinem Elend und lässt die Vergangenheit hinter sich.

Die Jungs haben sich hier reingehängt und ein tolles Debüt zusammengespielt. Die eingängigen Refrains bleiben im Kopf hängen, der Spagat aus Screams und clean Vocals gelingt bestens. Die Riffs knattern ordentlich, gepaart mit spielerischen Soli und kräftig hämmerndem Bass.
Das Album wird am 24. Mai veröffentlicht, und IN FLAMES und SONIC SYNDICATE Fans sollten hier auf jeden Fall einen Blick riskieren. Die Songs sind abwechslungsreich und ergänzen sich optimal.

Tracklist:

1. Inmate (intro)
2. Without warning
3. Written in blood
4. Overcome
5. Angels
6. Fire, walk with me
7. Victorious
8. Promises
9. Healing
10. Free at last (instrumental)
11. Lost in words
12. Inexorable path
13. Out of the darkness
14. Another chance (outro)

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