Evocation - Dead Calm Chaos



Stil (Spielzeit): Old School Death Metal (44:16)
Label/Vertrieb (VÖ): Cyclone Empire (31.10.08)
Bewertung: 7,5/10
Link: http://www.evocation.se
Auf Album Nummer zwei von EVOCATION bekommt der Hörer das, was er erwartet: schwedischen Old School Death Metal, wie er in den Neunzigern und seinen besten Tagen geklungen hat. Bereits mit ihrem Debüt „Tales From The Tomb“ konnten EVOCATION die Musikpostillen beeindrucken, und auch „Dead Calm Chaos“ ist bereits von mehreren renommierten Musikzeitschriften als „Album des Monats“ betitelt worden.

Und ja, der Old School-Sound macht Spaß, sogar ziemlich viel. Nach einem recht melodischen Intro ballern die Schweden mit fetten Riffs, schnellen Drums und bösen Growls gleich ziemlich beeindruckend los, und auch die getragenen Melodien und Gitarrenharmonien kommen in einem Song wie „Silence Sleep“ gut zum Zuge. Mit Dan Swanö und AT THE GATES-/THE HAUNTED-Gitarrist Anders Björler sind zwei namhafte Gastmusiker vertreten, deren Input man aber nicht wirklich hören kann.
„Dead Calm Chaos“ fühlt sich oldschoolig an, allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass EVOCATION sich nicht immer nur vor dem Death Metal verbeugen, sondern ihn teilweise eher kopieren. Das und das nicht durchgängig superbe Songwriting sorgen für kleine Schönheitsfehler, demgegenüber steht aber die druckvolle und amtliche Produktion, die die Songs so knackig präsentiert, wie sie gespielt werden.

Wer sich für Old School Death Metal im Stile von GRAVE, DISMEMBER und auch AMON AMARTH erwärmen kann und kein Problem mit dem sehr gelungenen melodischen Anstrich der Songs hat, wird in „Dead Calm Chaos“ eventuell sein Album des Jahres finden und mir Eier oder Obst an den Kopf schmeißen wollen. Mir gefällt das zweite Album der Schweden zwar sehr gut, von einem Meisterwerk oder einem Überhammer möchte ich aber (noch) nicht sprechen. Vielleicht ändert sich das mit der Zeit, aber nach den bisherigen, nicht wenigen Durchläufen halte ich die überschwängliche Resonanz auf EVOCATION ein klitzekleines bisschen zu übertrieben.