Deathrite – Nightmares Reign

Deathrite – Nightmares Reign

Die Dresdner DEATHRITE präsentieren ihre vierte Dampfwalze. "Nightmares Reign" heißt das neue Album, das diesmal via Century Media veröffentlicht wird und Stoff liefert, aus dem Albträume gemacht sind.

Die Platte bietet auf der einen Seite alle Essenzen eines zünftigen Abrisses in Oldschool-Manier: Grabtiefe Gitarrensounds, ratternde Riffs, düsteres Drumming und markant-schneidende Growls. DEATHRITEs Musik ist zeitweise eine Hommage an die goldenen Todesblei-Zeiten zu Beginn der 90er Jahre. Hier sei besonders auf das gerade einmal zweieinhalb Minuten lange "Bloodlust" hingewiesen: Kurz, kraftvoll, kompromisslos, kopfzerberstend – so muss Death Metal klingen.

Auch in Sachen Lyrics ist das Quintett nach wie vor nicht zimperlich: Songtitel wie "Appetite For Murder" oder "Bloodlust" lassen die Abgründe erahnen, die in die Texte Einzug finden.

"Nightmares Reign" klingt nach Fortschritt und Tempowechsel

Auf der anderen Seite entwickelt die Band ihren Sound aber auch hörbar weiter und präsentiert sich auf "Nightmares Reign" vielseitiger. Neben punkig-rockigen und manchmal auch angeschwärzten Klängen nehmen sich einige Songs auch eine Auszeit von purer Bosheit und bloßem Geballer. Immer wieder verschleppen DEATHRITE das Tempo und wechseln in einen walzenden Mid- bis Slowtempo-Rhythmus. Das mag für den ein oder anderen zunächst gewöhnungsbedürftig klingen, verleiht der Musik jedoch eine besondere Intensität.

So überzeugt etwa "Demon Soul" durch tonnenschweres Riffing, stampfend-donnernde Drums und (zeitweises) dämonisches Geflüster, während "Invoke Nocturnal Light" mit einem bedächtig-atmosphärischen Intro überrascht.

Das abschließende "Temptation Calls" steht exemplarisch für DEATHRITEs neue musikalische Variabilität: Der fast zehnminütige Song besticht durch mehrere Drehungen, Wendungen und wartet mit einigen einprägsamen Melodieführungen auf.

Fans der ersten Stunde könnten mit "Nightmares Reign" durchaus ihre Startschwierigkeiten haben. Die rohe Rücksichtslosigkeit ist einem gereifteren Songwriting und mehr Musikalität gewichen, da müssen sich die geschundenen Ohren erstmal dran gewöhnen. Wer allerdings auf Platten mit klassischen Death Metal Elementen steht, aber auch nichts gegen den ein oder anderen Stil- und Tempowechsel hat, dem sei das neue Werk ans Herz gelegt.

Tracklist von "Nightmares Reign":

1. When Nightmares Reign
2. Appetite For Murder
3. Invoke Nocturnal Light
4. Demon Soul
5. Devil’s Poison
6. Bloodlust
7. Obscure Shades
8. Temptation Calls

DEATHRITE sind:

Tony Heinrich - Vocals
Andy Heinrich - Guitar
Tom Michalis - Guitar
Anton Hoyer - Bass
Stefan Heinz - Drums