Tomorrow's Rain - Hollow Tipp

Tomorrow's Rain - Hollow
    Death Doom

    Label: AOP Records
    VÖ: 11.09.2020
    Bewertung:8/10

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Es ist kaum verwunderlich, dass ich von TOMORROW‘S RAIN aus Tel Aviv noch nie gehört hatte. Vor Kurzem haben sie mit „Hollow“ gerade einmal ihr Debüt auf die Doom-Welt losgelassen und doch strotzt es vor Gastauftritten großer Namen – da wird man nicht nur neugierig, sondern auch ziemlich erwartungsvoll.

Gleich mit „Trees“ manifestieren sie ihre Bestimmung: Death Doom alter Schule mit allerhand atmosphärischem Keyboard-Schnickschnack – aber nicht zu viel, sodass Gesang und Gitarrenlinien Oberhand behalten und wunderbare Geschichten erzählen dürfen. Da auf „Hollow“ doch sehr viele Gastmusiker ihren Auftritt haben, ist es löblich, für das Intro ein TOMORROW‘S RAIN Original gewählt zu haben.

Schon beim zweiten Song „Fear“ erwartet uns der erste Gastauftritt mit Aaron Stainthorpe von MY DYING BRIDE, der diesen doch eher wenig eingängigen Track mit seinen gekonnten Growls ziert und dabei die perfekte Mischung aus lieblich und hart trifft, die den Gothic in seiner Essenz verkörpert. Dabei vergessen TOMORROW‘S RAIN definitiv nicht, einige orientalische Klänge beizumischen und epische Höhepunkte zu setzen, die unter die Haut gehen.

Mit gleich drei Gastauftritten glänzt „In The Corner Of A Dead End Street“ Gregor Mackintosh (PARADISE LOST), Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) und Kobi Farhi (ORPHANED LAND) setzen auf dem gelungensten Track des Albums nicht nur eine gute Dynamik, sondern werten die Vielfältigkeit durch ihre jeweilige Andersartigkeit auf.

„Misery Rain“ ist der Song der großen Momente und Gefühle. Dramatik pur in arabischem Setting voller Melancholie und Gänsehaut werden von Fernando Riberio (MOONSPELL) und Mikko Kotamäki (SWALLOW THE SUN) begleitet. Weitere Auftritte auf „Hollow“ haben: Jeff Loomis (NEVERMORE, ARCH ENEMY), Spiros Antoniou (SEPTICFLESH), Anders Jacobsson (DRACONIAN) und Lisa Cuthbert.

Alles soweit schön und toll. Doch abgesehen vom Intro-Song gibt es nur einen einzigen Track auf diesem Debüt, der nur von TOMORROW‘S RAIN performt wird und er ist (leider) auch der schwächste. Da stellt sich die Frage: Können TOMORROW‘S RAIN ihre Ideen nur durch die Finger und Stimmbänder anderer Musiker realisieren oder ist das ein Trugschluss?

Fazit

Die Mission der frisch geschlüpften Musiker ist „Musik machen, die man als Fan kaufen will“, doch scheint „Hollow“ eher ein Fanprojekt zu sein, das alle Lieblingsmusiker verpflichtet hat, an einer Gruppenarbeit zu basteln. Dass die vertretenen Gastmusiker Können besitzen und wundervolle Musik zaubern, weiß man bereits. Doch wer sind denn nun TOMORROW‘S RAIN, was können sie und wie ist ihr eigener Sound?

Diese Frage wurde mir durch das Debüt nicht beantwortet – dafür hat man zu wenig von den Israelis selbst gehört. Nichtsdestotrotz ist „Hollow“ ein wunderbares und überdurchschnittliches Album – mission completed.

Tracklist

1. Trees 07:45
2. Fear 07:46 video
3. A Year I Would Like To Forget 03:53
4. In The Corner Of A Dead End Street 08:09 video
5. Misery Rain 06:35
6. Into The Mouth Of Madness 07:19
7. Hollow 05:12
8. The Weeping Song 04:49