Fate - Rock

Review

Mit Nu Metal aus deutschen Landen habe ich bisher eher negative Erfahrungen gemacht. Kopieren, Klauen, uninspiriertes Nachriffen – viel mehr war selten drin, der Titel für die peinlichsten Newcomer hingegen nicht weit. Welch freudige Überraschung, als ich die Klänge von Fates zweitem Album „Rock" hörte. Diese Band versucht, dem Stallgeruch ein wenig eigenes Aroma beizumengen. Das Experiment war erfolgreich, das Ergebnis gestaltet sich in der Kombination weitgehend eigen, schön melancholisch und sehr melodiös.

Das Intro ist mit Streichern und Hip-Hop-Skills nett gestaltet und geht nahtlos in den Titelsong über, der einem ordentlich die Hosen flattern lässt. Ein ansprechender Refrain, clean gesungen, die Strophe wird gerappt bzw. geschrien. Sänger Hans Coolen (gebürtiger Kanadier) überzeugt sowohl bei Rap als auch Gesang, was sich während der restlichen Songs nicht ändert.

Das im Midtempo gehaltene „Look At Me" klingt relativ langweilig, der Refrain ist insgesamt zu ausdruckslos und lasch. „Moron" geht gesanglich und schlagzeugtechnisch in Richtung Hardcore und lebt von einer netten Melodie in der Strophe. „Overflow" ist ein Highlight in Linkin Park-Manier mit elektronischen Bereicherungen, Raps neben dem Gesang und einer schönen Gitarrenlinie. „Burn It Down" bringt Abwechslung in Form einer an alte 80er Elektropopmugge erinnernden Strophe, die recht krass von einem gegrölten Refrain kontrastiert wird. Auf „Strike Back" liefern sich Raggaskills und Metalgrowling eine innersongliche Auseinandersetzung, die Bridge klingt dann wieder nach 80er Synthiepop – bizarr, aber ein weiteres Highlight.

„Take My Breath" und „Mix It Down" bilden den Schluss dieses abwechslungsreichen Albums, wobei erstgenannter Track eine eher durchschnittliche Nu-Metal-Nummer ist, zweiter ein gelungener Elektro-Mix von „Burn It Down". Die Produktion, für die u.a. Kristian Kohlmannslehner (Century / Crematory) verantwortlich ist, klingt ausgesprochen amtlich, zumal es sich bei dem mir vorliegenden „Rock"-Exemplar um eine Vorab-Promo-CD handelt.

Von mir ein „Glückwunsch!" an die Darmstädter Formation, die einfach ein gutes Album am Start hat.

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