After The Last Sky – There’s No Light At The End Of This Tunnel

After The Last Sky

Stil (Spielzeit): Blackcore (40:31)
Label/Vertrieb (VÖ): Power It Up (04.11.11)
Bewertung: 4 / 10
Link(s): http://www.myspace.com/afterthelastsky

Dies ist ein harter Job... Normalerweise bin ich ja wirklich für jegliche Ausprägungen dieses Genres zu begeistern und sobald irgendwo „Grindcore“ drauf steht oder drin ist, werden die Euronen in meiner Arschtasche schon ganz hippelig. Aber hier sehe selbst ich kein Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht liegt es ja auch an den grausamen Riverkarten im Onlinepoker, aber ich fühle mich gerade mehr als nur genervt von den konfusen Klängen, welche dieses scheinbar nicht enden wollende Krachwerk der fünf Briten auf mich abfeuert. Möglicherweise hätte eine euphorisierende Glückssträhne in meiner Nebenbeschäftigung dem chaotischen Quintett einen Punkt mehr beschert, aber über das Mittelmaß wären die Herren bei mir leider niemals hinausgekommen. Viel zu vertrackt sind die Strukturen und zu unnachvollziehbar die Ideen. Irgendwie macht mich diese Scheibe zornig. Aber nicht auf die Art und Weise, wie es fiese Deathmetalkapellen wie DEICIDE oder unmenschliche Grindhorden wie LAST DAYS OF HUMANITY vermögen. Nicht auf die angenehme und mitreißende Art und Weise. Diese Scheibe macht mich nicht zornig auf Gott, Leben oder die Gesellschaft, sondern einfach auf die Band...

Und das kann ja beim besten Willen nicht die Intention der fünf Chaoten gewesen sein. Eine sehr düstere, misanthropische und hasserfüllte Grundstimmung erwartet der geneigte Hörer natürlich schon, bevor er die Platte überhaupt in seinen geplagten Player schiebt, und dies wird dann auch vom ersten Ton an bestätigt, aber die Ausprägung dieser Stimmungslage ist letztendlich mit Sicherheit sehr weit von dem entfernt, was die Briten sich erhofft hatten. Das mag so manch einer selbstverständlich anders sehen, aber ich persönlich bin der Meinung, dass „Grindcore“ und „Progressive“ einfach nicht zusammenpassen. Nein, wirklich nicht. Die Stilbezeichnung „Progressive“ hat bei mir sowieso keinen sonderlich hohen Stellenwert und in diesem Zusammenhang schon gar nicht. Ich habe ja nichts gegen anspruchsvolle Musik einzuwenden und die letzten Alben von MACHINE HEAD haben es mir richtig angetan, aber wenn ich mir von Grindcore den Hintern versohlen lassen will, dann stehen klar strukturierte Kopfnickerrhytmen und punkige Drums auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Klar, Chaoten wie AGORAPHOBIC NOSEBLEED können auch herrlich abgehen, aber der Anfall hier geht einfach zu weit...

Also entweder spielt man anspruchsvolle, originelle, langatmige, abwechslungsreiche Musik mit ewig langen, vertrackten Songstrukturen oder eben Grindcore. Was AFTER THE LAST SKY hier fabrizieren, ist unglücklicherweise ein unausgegorener Bastard aus beidem. Die elf Tracks dieses Debutalbums ziehen sich durch zahlreiche Schlepperpassagen so dermaßen in die Länge, dass ich diese Rezension tatsächlich als Arbeit empfinde und nicht als Hobby. Ich würde ja behaupten, man wäre verleitet, wegzuhören, aber leider ist dies noch nicht mal der Fall. Man lauscht quasi zwangsläufig den matschigen und ultratief gestimmten Gitarren, den konfusen Drummings, dem zermürbenden Geschrei, den schwachen Growls, den vielen plötzlichen Tempowechseln und den langweiligen Dudeleien, die bedauerlicherweise extrem dominant sind auf „There’s No Light At The End Of This Tunnel“, und ein Bewegungsdrang ist zu keiner Zeit vorhanden. Zugegebenermaßen gefällt mir der matschige, düstere Sound an sich sogar recht gut und die Arbeit an den Instrumenten ist alles andere als dilletantisch, aber das Album als Gesamtwerk betrachtet ist einfach zu schwer konsumierbar für meinen Geschmack...

Doch das ist nun mal Geschmackssache. Bitte entschuldigt, Jungs, aber Euren progressiven Kram, der gemeinhin offensichtlich als „Blackcore“ bezeichnet wird, solltet Ihr lieber jemand anderem unter die Nase halten. Am besten jemandem, der NEUROSIS und CONVERGE zu seinen Lieblingsbands zählt und für den Eingängigkeit eher ein Fremdwort ist. Dann könnten mit Sicherheit deutlich mehr Punkte für Euch drin sein, denn die Fähigkeiten sind ja durchaus vorhanden. Schlimm finde ich nur deren Umsetzung. Außerdem sollten die unerträglich in die Länge gezogenen Doom-Passagen noch erheblich reduziert werden. Nur mal so als Tipp...

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