Skeletonwitch – Breathing The Fire Tipp



Stil (Spielzeit): Melodic Black/Death/Thrash Metal (35:42)
Label/Vertrieb (VÖ): Prostetic Rec./Soulfood (23.10.09)
Bewertung: 9/10

Link: http://www.myspace.com/skeletonwitch


Dass dieser Sound aus Nordamerika stammt, mag man zunächst kaum glauben. Die fünf Männer aus den Staaten zocken seit sechs Jahren zusammen und wollen nun ihre dritte Scheibe unters Volk bringen. Die laufende Tour mit CHILDREN OF BODOM und BLACK DAHLIA MURDER wird vielleicht zu mehr Bekanntheitsgrad verhelfen, denn – und das will ich vorwegnehmen – das gönne ich der Truppe.

Dabei sollte man sich nicht irritieren lassen, dass in der guten halben Stunde zwölf Songs untergebracht sind. Es muss ja nicht alles immer episch in die Länge gezogen werden.
Der Opener „Submit To The Suffering“ biegt in die Straße ein, die weiter verfolgt werden soll. Man nehme ein rockiges Todes-Riff, das nicht zu langsam startet, ruppigen Gesang und einen Koch, der mit Schmackes die Kessel durchrührt. Nach gut zwei Minuten ist auch schon die erste Ausfahrt vorbei und bevor man sich über das Rumpeln im Magen wundern kann, geht es weiter.
Stimmlich macht der Herr am Mikro eine gute Figur, wobei er meist zwischen rauem Schwarz-Röchel-Gesang und unterirdischem Grunzen schwankt. Dazu werden thrashige Schmankerl kredenzt, die einen Schuss Bay-Area-Gewürz in Kombination mit einer Prise skandinavischem Melo-Death beinhalten. Dann wird es in „Released From The Catacombs“ abschnittsweise recht düster, als ob die Jungs doch im norwegischen Wald hausen, bevor ein hübsches Solo vielleicht sogar auf die Neue Welle aus Großbritannien verweist.

„Stand Fight And Die“ lässt den Zuhörer sein Schwert gen Himmel recken, als man klassische Kämpferlyrics in schwarzes Soundgewand verpackt. Zwei Stückchen weiter kann man sich dann wieder im Vollgas-Tempo gegenseitig herumschubsen. „Gorge Upon My Soul“ wartet dagegen mit schönen zweistimmigen Leads auf, bis man wieder in harten Blasts untergeht und geschreddert wird, dass die Saiten glühen.
Ab und zu wird der Schluss der Stücke variiert, vom Ausfaden zu einer klaren Gitarren hin über abrupten Abbruch bis zu simpler Verlangsamung. Dies sind zwar nur Kleinigkeiten, aber genau solche Kleinigkeiten machen die Platte interessant, während die Songs sich nicht in undurchschaubarer Komplexität verlieren.

SKELETONWITCH vereinen eine ganze Menge an Stilmitteln. Dabei bleiben sie sich aber treu in der Mixtur und fassen das alles kompakt in kurzen knackigen Stücken zusammen. Der Klang der Scheibe ist organisch und schroff zugleich, old-school und doch mit genügend Druck. Amerikanischer Ur-Thrash kommt hier zusammen mit der Ruppigkeit von IMMORTAL, DISSECTION und BLOODBATH.
Trotz der vielfältigen Zutaten dieses Gebräus geht das Ganze runter wie Öl und rockt in meist zügigem Tempo aus der Garage. Bis ein paar Melodien hängen bleiben, vergehen vielleicht ein paar Umdrehungen, aber ich finde, diese Umdrehungen lohnen sich auf jeden Fall.