Hypnos – The Revenge Ride (Re-Release)

Hypnos The Revenge Ride

Stil (Spielzeit): Death Metal (44:05)
Label/Vertrieb (VÖ): Mad Lion Rec./Twilight (2001/2011)
Bewertung: 7/10

http://www.hypnos-cz.com

Wer vor elf Jahren nicht aufgepasst hat, hat das in Tschechien entstandene zweite Album der urigen Knüppel-Truppe von HYPNOS verpasst. Wer vor ein paar Tagen die letzte Rezension der Wiederauflage des Debüt-Albums nicht gelesen hat, dem fällt auch nicht auf, dass der erste Satz hier fast der gleiche ist.
An dieser Stelle wird also das zweite von insgesamt vier Alben beschrieben – die mit Langzeitpausen und diversen unterschiedlichen Bandmitgliedern eingetütet wurden.

Eröffnet wird hier – nach einem Intro natürlich – mit einem traditionell rumpelig gestalteten Song, der nicht mit vielen Riffs um sich wirft, sondern einfach geradlinig vor sich hinbrettert. Dumpfe Vocals, ein schön runder Drumsound und dreckige Axtschwinger vereinen sich im Tribut an ältere Zeiten. Dabei sind sie nicht ganz so thrashig wie die älteren Scheiben von THE CROWN, schmoren aber auch nicht im tiefsten Fegefeuer wie etwa PURGATORY.
Wie unter anderem in „Spider-Werk" zu hören ist, können die Tschechen auch flotte Soli durch die Membran zaubern, die kurz und knackig gut zur Geltung kommen. Um langweilenden Gewehrsalven ein Schnippchen zu schlagen, grooven die Jungs in „I Am The Wind" mit einem gemütlichen Truck durch die Wüstenlandschaft, dass sogar im Auto der Wackeldackel seine Kopfbewegung intensiviert.

Auch wenn der Debüt-Nachfolger ein hübsches Akustik-Liedchen zu bieten hat, zwei Live-Songs als Boni hinten dran gehängt hat und sonst das Trommelfell ordentlich gerbt, ist meiner Meinung nach der gesamte Spannungsbogen nicht ganz so gelungen, wie auf dem Erstlingswerk.
Die beiden Live-Bonus-Tracks sind ebenfalls nunmehr knapp eine Dekade alt, die Aufnahmen sind okay mit minimalen schrägen Ausrutschern, die Authentizität versprechen, aber nicht viel Mehrwert bringen, wie ich finde. „The Revenge Ride" bleibt aber trotzdem ein ordentliches Scheibchen guten alten Death Metals, das man sich in einer ruhigen Stunde durchaus um die Ohren hauen kann.