Sonata Arctica - Ecliptica: Revisited (15th Anniversary)

Sonata Arctica - Ecliptica: Revisited (15th Anniversary)
15 Jahre ist es bereits her, dass SONATA ARCTICA ihr auch heute noch von Fans geliebtes und Genre-Feinden innig gehasstes Debüt "Ecliptica" veröffentlichten. Da von der ursprünglichen Besetzung mit Sänger Tony Kakko und Drummer Tommy Portimo nur noch zwei Mitglieder übrig sind, und die Finnen das Jubiläum ganz besonders zelebrieren wollten, haben sie den Erstling kurzerhand im aktuellen Lineup nochmal neu aufgenommen.

Dass man dabei keine Wunder erwarten oder sich auf große Überraschungen gefasst machen sollte, machte Keyboarder Henrik Klingenberg direkt klar: "Ecliptica: Revisited" sei kein Versuch, die Geschichte neu zu schreiben, sondern ein Tribut, ein Update im aktuellen Lineup. Genau so und nicht anders muss man die Neueinspielung auch sehen, denn SONATA ARCTICA haben die Stimmlagen etwas runtergeschraubt, das Tempo ein bisschen zurückgefahren und der Scheibe eine zeitgemäße Produktion verpasst. Eigentlich haben die Finnen oberflächlich nur Details verändert, doch die haben es manchmal in sich - im positiven wie im negativen Sinne.

So geht alleine durch die leicht veränderten Vocals mit einer gewissen Schnoddrigkeit in "Replica", einer meiner liebsten SONATA ARCTICA-Nummern, der Großteil der Atmosphäre flöten. Auch "Kingdom For A Heart" klingt lange nicht mehr so unschuldig-frisch wie auf dem Debüt. "My Land" hingegen klingt besser als die ursprüngliche Version. Manchmal ist es nur ein leicht verändertes Tempo, eine bestimmte Vocalline, der Teil eines Solos oder eines Riffs, und schon klingt ein Song ganz anders – aber nicht immer besser.

Aber: Mit Songs wie "Blank File", dem pfeilschnellen "Kingdom For A Heart", "Full Moon", dem gefühlvollen "Letter To Dana", "My Land" und der Gänsehaut-Nummer "Replica" sind nur die wichtigsten "Ecliptica"-Highlights aufgezählt, die nach wie vor für ausgezeichnetes Power Metal-Songwriting stehen. Die Produktion des Originals ist im Vergleich zur Revisited-Version eine ganze Ecke schwächer, zudem hört man im direkten Vergleich den ein oder anderen schiefen (weil zu hohen) Ton des 1999 veröffentlichen Erstlings. Das hört sich bei der Revisited-Einspielung deutlich besser und erdiger an, auch, weil die Effekte merklich zurückgefahren wurden und die Scheibe so insgesamt reifer klingt. Logische Konsequenz: Die jugendliche, stürmische Frische des originalen Debüts konnten (und wollten?) SONATA ARCTICA hier nicht reproduzieren.

Ohne Frage sind die Songs auch in den Neueinspielungen klasse und die Leistung aller Musiker sowie die von Tony Kakko über jeden Zweifel erhaben, sogar streckenweise besser als auf dem Original. "Ecliptica: Revisited" richtet sich an alle, die das Debüt in sattem, erwachsenerem Sound hören möchten – auch, wenn dabei das ein oder andere liebgewonnene Detail flöten geht. Wer mit dem Original von 1999 wunschlos glücklich ist, sollte allerdings dabei bleiben – trotz schwächerem Sound.