Cemetery of Scream - Frozen Images



Stil (Spielzeit): Dark Atmospheric Metal (oder so) (1:05:10)
Label/Vertrieb (VÖ): Metal Mind Rec. (02.09)
Bewertung: 8 / 10

Links: http://www.myspace.com/cemeteryofscream

CEMETERY OF SCREAMS durchwühlen nun schon seit gefühlten 20 Jahren den Untergrund; und irgendwie kommt und kommt der Sixpack aus Krakau nicht an die Oberfläche. An der Qualität ihrer Mucke liegt das eher nicht. Vielleicht daran, dass sie sich aber auch mal so gegen jede Schubladisierung sperren... „Dark atmospheric Metal" gibt eine allenfalls grobe Richtung vor.

Und wenn aus marktstrategischer Sicht die Uneindeutigkeit von „Unholy" oder „The Event Horizon" schon ungeschickt war, dann ist „Frozen Image" diesbezüglich radikaler Dilettantismus. --- Selten ein Album gehört, das so spielerisch und mit erhobenen Mittelfinger gegen alle dunklen Genregrenzen anrockt; das zwischen technischem, angedüstertem Death Metal und verschmustem Gothic Rock, zwischen Hochgeschwindigkeits-Riffattacken und Depeche Mode - würdigen Refrains, zwischen echter Melancholie des Doom und latent kitschigen Dark Rock Atmosphären hin und her hoppst.

Dafür braucht man natürlich Musiker, die sich auf allen Terrains wohl fühlen; vor allem aber den entsprechenden Sänger. Beides vorhanden. Olaf Rozanski ist ein echtes BGS-Stimmtier: brüllt, growlt, singt. Sein Klargesang erinnert mich in höheren Passagen irgendwie an einen ins Tenorfach gewechselten Peter Steele. Daneben wird's auch gern mal finnisch kuschelig. Und manchmal leicht operettenhaft. Gut (oder auch nicht), wenn man sich da das Grinsen verkneifen kann. Aber werten wir das mal als Ironie oder sonst einen Witz, der mit dem Spielwitz der Instrumentalisten konkurrieren will. Ein echter Störfaktor ist das ohnehin eher nicht. --- Ansonsten gefällt mir, dass die Gitarren nicht nur braten und einlullen, sondern mit echt geschmackvollen Licks und Leads dem klassischen Metal auch noch eine Plattform bieten.

Die größte und einzige Schwäche ist und bleibt auf den ersten Hör CoS' wesentliche Stärke: der Abwechslungsreichtum.

Obwohl die Stücke zwar komplex sind und sich von simplen Strophe-Refrain-Schemata fernhalten, sind sie nie wirr... Dennoch sorgt das „Pop"-Death/Doom-etc.-Gemisch bei den ersten Umläufen wohl immer wieder für Irritationen und fräst sich nur mit geduldigem Hören fest. Dann aber richtig. Und „plötzlich" entdeckt man sogar Hitpotential bei CoS... an der Fortsetzung ihres Schattendaseins wird aber sich wohl auch weiterhin nichts ändern. Schade das. Gute Truppe auf jedenfall für scheuklappenfreie Leute zwischen TYPE-O, PARADISE LOST (alle Phasen), Wave und Death / Doom.