Bullet - Highway Pirates Tipp

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Stil (Spielzeit): Hard Rock/Heavy Metal (39:26)
Label/Vertrieb (VÖ): Black Lodge/Sound Pollution (18.02.2011)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.bullet.nu/

Die Entstehungsgeschichte zum Titel des neuen BULLET-Albums “Highway Pirates” ist typisch Rockzirkus: Auf einem Festival lümmelte sich Drummer Gustav Hjortsjö backstage herum, traf plötzlich auf SAXON-Sänger Biff Byford und nutzte die Chance, ihn nach einer Mitarbeit auf dem nächsten BULLET-Album zu fragen. Vielleicht würde er das tun, so Byford, zuerst interessierte er sich aber für den Albumtitel. Den gab es allerdings noch gar nicht, da BULLET immer noch mit ihrem damals aktuelles Album „Bite The Bullet“ tourten. Auf die Frage, bei welchem Song er denn mitsingen solle, nannte der panische BULLET-Drummer einfach den nächstbesten Titel, der ihm in den Sinn kam: „Highway Pirates“.

Damit war der Albumtitel der dritten BULLET-Scheibe geboren, und Byford steuerte tatsächlich einen winzigen Teil dazu bei. War bereits „Bite The Bullet“ ein mehr als nur gutes Album in der Schnittmenge von Aussie-Rock und traditionellem Metal (und das nicht nur dank der stark an Brian Johnson und Udo Dirkschneider erinnernden Stimme von Sänger Hell Hofer), so führen BULLET ihen Weg mit der neuen Scheibe konsequent und mit leichten stilistischen Änderungen fort. Feine Gitarren-Leads, die an beste IRON MAIDEN-Zeiten erinnern, treibendes Riffing, ein starker Chorus und mächtig Feuer unterm Hintern machen den Opener “Highway Pirates” denn auch gleich zu einem der absoluten Höhepunkte des dritten BULLET-Albums. Ähnlich geht es mit dem AC/DC-meets-Bikerspirit-Rocker „Back On The Road“ und dem sehr coolen „Stay Wild“ weiter. Das düster angehauchte „Fire And Dynamite“ klingt sowohl vom Intro (hier allerdings Sirenen statt Glocken) als auch den Gitarren und dem Songaufbau her ganz stark nach BULLETs eigenem „Hells Bells“. Zwischendrin erinnern die Gitarren sogar ein wenig an die Dänen D.A.D. Der Mitsingpart dürfte live für mächtig Stimmung sorgen. Die über das gesamte Album verbreitete Partystimmung ist auch bei dem nachfolgenden „Down And Out“ wieder deutlich spürbar. Das ist simpler, einfach gestrickter, aber beherzter und einfach saucooler Rock der Oberklasse, genau wie das flotte „Knuckleduster“.

Im Gegensatz zum Vorgänger klingt „Highway Pirates“ gleichzeitig rockiger und metallischer. Klingt erstmal seltsam, aber die Schweden huldigen ACCEPT nicht mehr ganz so stark, nehmen dafür aber vermehrt Elemente der New Wave Of British Heavy Metal in ihren Sound auf. Zeitgleich klingen BULLET auf „Highway Pirates“ aber auch definitiv mehr nach AC/DC als zuvor und befinden sich damit bei einigen Nummern wieder deutlich näher an der Musik von AIRBOURNE, die ja ihrerseits die Schweden als Inspiration angeben. Allerdings sind die Australier mittlerweile ein bisschen bekannter, wobei auch BULLET mit einem Auftritt im AC/DC-Vorprogramm im Göteborger Ullevi Stadion einen riesigen Schritt nach vorne auf der Bekanntheitsskala gemacht haben.

Wer auf schnörkellosen, geradlinigen und hochklassigen Rock/Metal steht, mit dem Organ von Hell Hofer keine Probleme hat und überhaupt nicht sofort „Plagiat!“ schreit, wenn sich ein Riff bereits einigermaßen bekannt anhört, wird seine helle Freude an „Highway Pirates“ haben. Skøl!