Bloodbound - War of Dragons

Bloodbound - War of Dragons
    Symphonischer Power-Metal

    Label: AFM
    VÖ: 24.02.2017
    Bewertung:6/10

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Symphonischer Power-Metal aus Schweden mit einem feuerspeienden Drachen auf dem Cover klingt schon mal super. Und die Musik klingt wie - hmm ist das Absicht? – ein Sampler mit aussortierten RHAPSODY und SABATON Titeln ...

Wie klingen eigentlich Bloodbound?

Ich musste erst mal ein bisschen quer hören, nachdem ich BLOODBOUNDs neues Album "War of Dragons" das erste Mal durch hatte. Bei einem breiteren Blick auf BLOODBOUND schallt mir ein Querschnitt der aktuellen und vergangenen Größen des populären Power-Metal entgegen. Ich höre unter anderem HAMMERFALL, EDGUY, HELLOWEEN und beim neuen eben auch RHAPSODY und SABATON, immer deutlich und wenig versteckt. Was ich nicht höre, ist etwas, das ich als typisch BLOODBOUND identifizieren könnte, bei einem blinden Vergleichstest hätte ich vermutlich Bands verglichen und nicht Alben.

Wenn Sabaton über Drachen singen

Historisch betrachtet ist das neue Album also, wie gesagt, in der SABATON-Phase von BLOODBOUND einzuordnen, steigt aber, nach einem kurzen Intro, in "Battle in the Sky" symphonisch, mit leicht zu lautem Keyboard ein, bevor es dann mit "Tears of a Dragonheart" – lost in the rain ... – voll in den SABATON-Modus umsteigt.
Nach dem unauffälligen, titelgebenden "War of Dragons" ist "Silver Wings" ein Titel, der sich aus dem Album abhebt, deutlich folkiger, untermalt von zwitschernden Vögeln und fröhlichen Flöten, bevor in "Stand and Fight" SABATONs Panzer die mentale Blumenwiese wieder zerpflügen – dieses Mal zumindest mit angemessenem Titel.
Mit "Fallen Heros" und "Symphony Satana" finden sich später noch zwei weitere offensiv sabatonische Titel, immer alternierend mit Titeln, die ein dumpferes, unbestimmters Gefühl von "hab ich schon mal gehört" auslösen, bevor das Album mit "Dragons Are Forever" seinen Ausklang findet.

Nicht schlecht, aber ...

Keinem der Titel kann man wirklich unterstellen, schlecht zu sein – aber es es entstehen durch die offensichtlich und offensiv nachgespielten Vorbilder durchaus Probleme. So stellen die Stimmen im Kopf irgendwann, statt friedlich die angenehme Stimme des Sängers bei ihren Auslassungen über Drachen zu begleiten, unangenehme Frage wie: "Warum genau hören wir eigentlich BLOODBOUND und nicht das Original?" Wer darauf passende Antworten findet – zum Beispiel: "Weil SABATON zu wenig über Drachen singen" oder "Weil das Keyboard bei Rhapsody zu sehr wie die echten Instrumente klingt" – der kann mit BLOODBOUNDs "War of Dragons" durchaus Spaß haben.